Test auf Hertz und Nieren: Die MAN-Stromer

Start für umfangreiche Praxistests zweier elektrisch angetriebener Varianten; auch neue Diesel im Programm.

Batterien statt Kraftstofftank: Elektrisch in der MAN-Testflotte unterwegs.
Batterien statt Kraftstofftank: Elektrisch in der MAN-Testflotte unterwegs.
Batterien statt Kraftstofftank: Elektrisch in der MAN-Testflotte unterwegs. – (C) Werk

Am österreichischen Produktionsstandort Steyr hat MAN die ersten Elektro-Lkw des Typs MAN eTGM an neun Mitgliedsunternehmen des österreichischen Council für nachhaltige Logistik (CNL) übergeben.

Dies war der Startschuss für eine intensive Praxiserprobung des MAN eTGM durch die neun teilnehmenden Unternehmen aus unterschiedlichen Handels- und Industriesparten. Die beteiligten Firmen werden in den kommenden Monaten die Elektrofahrzeuge unter authentischen Bedingungen in ihrem spezifischen Logistik- und Transportalltag auf Herz und Nieren testen.

Repräsentativer Fuhrpark

Bei den neun Elektrofahrzeugen handelt es sich um einen bunten Mix: um vier 6x2-Fahrgestelle mit Kühlkoffer plus Ladebordwand, drei 6x2-Fahrgestelle mit Wechselbrückenaufbau für Speditionen, ein 6x2-Fahrgestell für den Getränketransport sowie eine 4x2-Sattelzugmaschine. Die Fahrzeuge bilden damit einen repräsentativen Querschnitt der gängigsten Verteiler-Transportaufgaben in der urbanen Logistik.

Die Fahrgestellbasis für die E-Trucks ist der MAN TGM. Der zentral im Rahmen angeordnete Elektromotor leistet 264 kW und schickt die maximal 3100 Nm Drehmoment ohne Schaltgetriebe an die Antriebsräder. Die Lithium-Ionen-Batterien sind unter dem Fahrerhaus und seitlich am Rahmen untergebracht.

Reichweiten bis 200 km

In der Variante als 26-Tonnen-Solo-Fahrgestell (MAN TGM 6X2-4 LL) sind insgesamt zwölf Batterien verbaut, die je nach Aufbaukonfiguration, Einsatz und Fahrprofil eine Reichweite bis 200 Kilometer ermöglichen.

Die zweiachsige Variante als Sattelzugmaschine hat bis zu acht Batteriepakete, entsprechend liegt die Reichweite bei bis zu 130 Kilometern – je nach Einsatzprofil und Auflieger.

Neue Motoren

MAN stattet seine mittleren Baureihen TGL und TGM auch mit einem neuen Verbrennungsmotor der D08-Baureihe aus. Das als Vier- und Sechszylinder erhältliche Antriebsaggregat zeichnet sich durch eine reine SCR-Abgasnachbehandlung aus. In Verbindung mit weiterentwickelten Motorkomponenten erweitert die vereinfachte Abgasreinigung das Einsatzspektrum der D08-Baureihe und senkt den Dieselverbrauch.

Gemeinsam mit dem neuen TipMatic-Getriebe mit sechs und zwölf Gängen soll der Antrieb auch für mehr Fahrkomfort sorgen.

Der neue Vierzylinder mit 4,6 Liter Hubraum leistet in der Einstiegsversion 160 PS und bringt bis zu 600 Nm Drehmoment. Die mittlere Variante bietet 190 PS und 750 Nm während die stärkste Ausführung 220 PS und 850 Nm Drehmoment bereitstellt.

Unabhängig von Euronorm oder Leistungsstufe sorgt in der neuen Motorengeneration ein einstufiger Turbolader für den notwendigen Ladedruck. Insgesamt ermöglicht der weniger komplexe Aufbau der neuen D08-Motoren auch Gewichtseinsparungen. Je nach Leistungsstufe bringen sie bis zu 103 Kilogramm weniger Gewicht auf die Waage, was sich positiv bei der Nutzlastbilanz zu Buche schlägt.


[OYEXT]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2018)

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