Fahrerlos: Die letzte Meile dann autonom, geht das?

Logistikkonzept ohne Fahrer: Fiktion oder bald real?

Noch utopisch: fahrerlos.
Noch utopisch: fahrerlos.
Noch utopisch: fahrerlos. – (c) Werk

Mit der Studie EZ-Pro präsentiert Renault eine Vision eines vernetzten, voll automatisierten und batterieelektrischen Transportsystems für den städtischen Lieferverkehr auf der sogenannten letzten Meile. Diese letzte Meile zum Endkunden macht heute 35 bis 50 Prozent der kompletten Transportkosten für eine Lieferung aus.

 

„Leader-Pod“, bemannt

EZ-Pro besteht aus zwei Pod genannten Fahrzeugtypen, die auf der gleichen modularen Plattform basieren: dem autonom fahrenden, aber bemannten Leader-Pod, mit dem ein Mitarbeiter Pakete und Waren persönlich abliefert, und den komplett fahrerlosen Follower-Pods, die dem Leader-Pod wie die Waggons eines Eisenbahnzugs im Konvoi folgen und auf der Schlussstrecke eigenständig zum Zielort fahren.

Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 in Europa 78 Prozent der Menschen in Städten leben. In China wird der Anteil bei 70Prozent liegen. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Herausforderungen für den urbanen Personentransport, sondern auch für den Lieferverkehr, der bis 2030 um voraussichtlich 20 Prozent zunehmen wird. Einen wesentlichen Anteil daran hat der Onlinehandel mit jährlichen Wachstumsraten von 15 Prozent.

Die voll automatisierten Robo-Pods zeigen ein umfassendes Logistikkonzept und sollen integraler Bestandteil eines Smart-City-Konzepts sein, das in den kommenden Jahren gefördert und entwickelt werden wird. Ein konkretes Einsatzdatum gibt es nicht.

Abhängig von aktuellem Verkehrsaufkommen, Ampelschaltungen und Haltemöglichkeiten vor Ort plant das System seine Routen selbst. Bei Bedarf kann sich ein Konvoi aufspalten. Die Transportmodule fahren dann komplett autonom und ohne Pod-Operator zum gewünschten Zielort.

Sämtliche für das automatisierte Fahren erforderlichen Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren sind in den Radverkleidungen untergebracht. Die flache Batterie der EZ-Pro-Pods ist platzsparend unter dem Fußboden eingebaut. Das Aufladen des Stromspeichers erfolgt kabellos per Induktion. Zusätzlich verfügen die Pods auf dem Dach über Solarmodule, um elektrische Verbraucher mit Energie zu versorgen.

Im Leader-Pod verfügt der Operator über einen komfortablen und ergonomischen Arbeitsplatz, der eher an ein Büro als an eine Fahrerkabine erinnert. Da er weitestgehend von den Fahraufgaben befreit ist, kann er sich zum Beispiel den Warenempfängern widmen und sie punktgenau über das Eintreffen ihrer Lieferung informieren. (ms)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2019)

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