Künstliche Süßstoffe machen uns nicht gesünder

Forscher haben 56 wissenschaftliche Arbeiten zu Gesundheitseffekten von künstlichen Süßstoffen aufgerollt und verglichen. Sie haben wenig gefunden.

Frohe Kunde für Naschkatzen.
Frohe Kunde für Naschkatzen.
Frohe Kunde für Naschkatzen. – Getty (Hulton Archive)

Wer aus Gewichtsgründen oder aus Angst vor Diabetes zu künstlichen Süßstoffen greift, muss keinen gesundheitlichen Vorteil dadurch haben. Eine im British Medical Journal (BMJ) aktuell erschienene Analyse von 56 vorhandenen wissenschaftlichen Studien durch deutsche Forscher spricht nur von einem - bestenfalls - minimalen Effekt.

"Bei den meisten Gesundheitsparamentern schien es keine Unterschiede zwischen Personengruppen mit Konsum von künstlichen Süßstoffen oder ohne ihre Verwendung zu geben", schrieben Ingrid Toews (Medizinische Fakultät der Universität Freiburg) und ihre Co-Autoren. Die meisten Untersuchungen zu diesem Thema seien allerdings kurz, mit wenigen Teilnehmern oder methodisch nicht besonders qualitätsvoll gewesen.

Insgesamt hatte man 56 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema der Effekte von künstlichen Süßstoffen - unter anderem auf Körpergewicht und dessen Entwicklung und die Nüchtern-Blutzuckerwerte, Zahngesundheit, Essverhalten, Krebs, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen - in der wissenschaftlichen Literatur gefunden und noch einmal ausgewertet. 35 der Arbeiten waren überhaupt nur Beobachtungsstudien, die kaum dazu geeignet sind, schlüssige Ergebnisse zu bringen. Das Forscherteam unternahm selbst keine neuen Untersuchungen. Systematische Überblicksarbeiten und Meta-Analysen sollen einen möglichst objektiven Überblick über die Datenlage bieten.

Kein Effekt bei Übergewichtigen

Bei Erwachsenen zeigte sich demnach bei einer beschränkten Anzahl von Studien ein kleiner positiver Effekt durch die Verwendung von künstlichen Süßstoffen auf Gewicht und Nüchtern-Blutzuckerspiegel. Allerdings gab es bei Verwendung geringerer Mengen an den synthetischen Süßstoffen eine geringere Gewichtszunahme als beim Konsum höherer Dosen. "Keinen Hinweis auf irgendeinen Effekt von künstlichen Süßstoff wurde bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen oder Kindern beobachtet, die abnehmen wollten", stellten die Fachleute fest. Bessere und längere wissenschaftliche Untersuchungen seien auf jeden Fall notwendig.

Hier finden Sie den Artikel im British Medical Journal (BMJ)

 

(APA)

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