Rauchverbot: Ärztekammer gegen Ausweitung auf Plätze

Ärztekammer-Präsident Szekeres fordert acht Milliarden Euro mehr für das Gesundheitssystem.

APA/ZB/Jens Kalaene

Wien. Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, ist nicht der Ansicht, dass das Rauchverbot neben der Gastronomie auch auf öffentliche Plätze ausgeweitet werden sollte. In der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag zeigte sich Szekeres sehr erfreut über den kürzlich erfolgten Beschluss, dieses Gesetz sei ausreichend. Nötig seien dagegen mehr Mittel für das Gesundheitssystem.

Eine Ausweitung des Rauchverbots auf öffentliche Plätze, etwa Haltestellen, wie es das in anderen Ländern gibt, ist aus seiner Sicht nicht nötig. „Was ich mir schon vorstellen könnte, sind zum Beispiel Kinderspielplätze. Aber man soll nichts übertreiben“, sagte Szekeres, der einer der Initiatoren des „Don't smoke“-Volksbegehrens war.

Szekeres forderte, dass insgesamt mehr Geld für den Gesundheitsbereich in die Hand genommen werden müsse. „Wir sind ähnlich wohlhabend wie Deutschland und die Schweiz und sollten uns ein entsprechend gut finanziertes Gesundheitssystem leisten.“ Mittelfristig sollten die Ausgaben dafür auf 12 Prozent des BIP erhöht werden, das wären rund acht Mrd. Euro mehr als derzeit. Vor allem im Bereich der Prävention gebe es Nachholbedarf.

Skepsis bei Pflegeversicherung

Zur Fusion der Krankenkassen meinte Szekeres: „Wir sind am Anfang dieser Fusion und im Moment betrifft es Patienten noch nicht, zumindest haben sie noch keinen Vorteil.“ Um Verbesserungen zu erreichen, brauche es mehr Kassenverträge. Er bekräftigte außerdem seine Kritik am ÖVP-Vorschlag, die Pflegefinanzierung über die Unfallversicherung abzuwickeln. Man wisse aus Deutschland, dass sich eine Pflegeversicherung nicht bewähre. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 8.07.2019)

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