Alpenverein: Wanderwege brechen wegen Klimawandel weg

Ein Weg musste behördlich gesperrt werden. Acht Hütten stehen wegen des Auftauens der Permafrostböden unter Beobachtung.

Der Alpenverein wünscht sich mehr Subventionen von den Ländern für die Instandhaltung der Wege.
Der Alpenverein wünscht sich mehr Subventionen von den Ländern für die Instandhaltung der Wege.
(c) APA (ALPENVEREIN/BENEDIKTER)

Große Sorgen bereiten den Verantwortlichen des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) die Wanderwege in den Alpen. Wegen des Auftauens der Permafrostböden würde das Material lose und ungefestigt. Ein Weg im Großglocknergebiet musste bereits behördlich gesperrt werden. "Acht Hütten stehen ebenfalls unter Beobachtung, eine davon in Salzburg musste schon für rund 500.000 Euro saniert werden", erklärte Christian Wadsack, Alpenvereinspräsident, am Freitag in Innsbruck.

Die restlichen sieben Hütten in Tirol und Kärnten seien nicht akut gefährdet, versicherten ÖAV-Vertreter. Größere Probleme würden allerdings die Wege und Wegübergänge bereiten: "Das Material kommt durch das Auftauen der Eisschichten in Bewegung", bestätigte auch Robert Renzler, Generalsekretär des Alpenvereins. Er wünschte sich mehr Subventionen von den Ländern für die Instandhaltung der Wege. "Wir wollen keine Wegemaut verlangen, aber die Länder ziehen nicht mit," schilderte er, "58.000 Euro im Jahr sind Peanuts. Der 800 Meter lange Tunnel am Gamsgrubenweg im Großglocknergebiet kostete 500.000 Euro."

Drei Millionen Österreicher würden regelmäßig Bergsport betreiben, erklärte Renzler. 22.000 Funktionäre und ehrenamtliche Helfer und 350.000 Mitglieder umfasse der Alpenverein inzwischen. In den vergangenen 15 Jahren seien mehr als 33 Millionen Euro in Umweltmaßnahmen bei Hütten investiert worden. Mit 14.000 Schlafplätzen in 242 Schutzhütten und jährlich einer Million Besucher sei der ÖAV der größte Beherbergungsbetrieb Österreichs. 40.000 Kilometer Wanderwege werden vom deutschen und dem österreichischen Alpenverein betreut.

(APA)

Kommentar zu Artikel:

Alpenverein: Wanderwege brechen wegen Klimawandel weg

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen