Klimawandel bedroht Österreichs Wasserreserven

Laut einer aktuellen Studie könnte Wasser in Österreich knapp werden: Es wird heißer, der Wasserverbrauch steigt.

Symbolbild.
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Symbolbild. – (c) BilderBox

Wien. Extreme Wetterlagen, demografischer Wandel und zunehmender Spitzenverbrauch im privaten Bereich: Laut einer aktuellen Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) und der Vereinigung für das Gas- und Wasserfach könnte Wasser in Österreich knapp werden.

Ein Grund ist der rasch voranschreitende Klimawandel – das bestätigt auch der aktuelle Sachstandsbericht „Klimawandel in Österreich“. Sieht man sich die jährlichen Niederschlagsmengen der vergangenen 150 Jahren an, sind deutliche regionale Unterschiede zu erkennen: In Westösterreich gab es eine Zunahme der jährlichen Niederschlagsmenge um etwa zehn bis 15 Prozent. Im Südosten hingegen wurde eine Abnahme in derselben Größenordnung registriert.

Dazu gibt es saisonale Unterschiede: Künftig sind vor allem im Sommer Dürreperioden zu erwarten. Laut Bericht sollen sich die Hitzewellentage in einigen Regionen bis 2050 verdoppeln – seit 1980 ist es im Schnitt in Österreich schon um ein Grad wärmer geworden. Laut Boku-Studie soll es hingegen im Winter dann mehr regnen als bisher.

 

Mehr Hitze, mehr Pools

Die sommerlichen Hitzeperioden ihrerseits führen zu erhöhtem Wasserbedarf. „Haushalte rüsten ihre Gärten zunehmen mit Swimmingpools und Bewässerungsanlagen auf“, sagt Studienautor Roman Neunteufel von der Boku.

Neben den privaten Nutzern werde auch die Landwirtschaft ihre Bewässerungskapazitäten ausbauen und den Konkurrenzdruck auf Ressourcen erhöhen, so Neunteufel. Um einem möglichen Ressourcenausfall vorzubeugen wird nun von Wasserversorgern verstärkt versucht, in Österreich ein Verbundsystem aufzubauen – damit etwa überschüssige Wasserressourcen aus dem Westen im trockeneren Osten verwendet werden können. Die Wasserversorger fordern von der Politik einen Wasserversorgungsplan. (ath)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2016)

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