Solarenergie: Ideen in der Warteschleife

Auf dem Gebiet der Solarenergie sind Unternehmen ständig auf der Suche nach technischen Innovationen. Nicht immer sind sie aber gleich umsetzbar.

Solarkollektoren
Solarkollektoren
(c) Clemens Fabry

Kühlen mit Sonnenenergie? Mag seltsam klingen, ist aber möglich. Einzig: Die Technologie dazu gibt es bereits seit Jahren, ebenso lange bestehen Experten darauf, dass sie kurz vor dem Durchbruch steht. Zumindest in Österreich hat sich die „solare Kühlung“ aber noch nicht wirklich durchgesetzt.

„Der Markt für die solare Kühlung liegt weltweit betrachtet eher in südlichen Ländern“, erklärt Christian Holter, Geschäftsführer des steirischen Unternehmens Solid, das sich auf Planung, Bau und Betriebsführung von Großsolaranlagen spezialisiert hat. So habe auch Solid seinen Schwerpunkt für solare Kühlanlagen in Südeuropa und in den USA. „Die Nachfrage kommt auch stark aus Lateinamerika, wo die Stromnetze schlechter entwickelt sind und es daher von vornherein Probleme gibt.“

 

Rentabel nur bei Großanlagen?

„Je größer die Anlage, desto wirtschaftlicher ist sie“, meint Holter. Das ist auch der Grund dafür, dass die Techniken der solaren Kühlung von Einfamilienhäusern bis jetzt noch kaum verbreitet sind. „Dabei handelt es sich um Pilotprojekte, die aber interessant für den technologischen Fortschritt sind“, sagt Holter. Bei jeder solaren Kühlanlage gebe es einen Grundbedarf an Maschinen. Und diese „werden nicht teurer, wenn die Anlage größer ist“. Daher ziehen solare Kühlanlagen bei großen Gebäuden eher „eine große Wirtschaftlichkeit“ nach sich. Rentieren würde sich eine solare Kühlanlage nach etwa acht Jahren, meint Holter. Bis sich der Trend der solaren Kühlung durchsetzt, werde es aber noch einige Zeit dauern. Dass die solare Kühlung in Österreich noch nicht wirklich Fuß gefasst hat, führt Holter darauf zurück, dass hierzulande „nur drei bis vier Monate im Jahr Kühlbedarf“ bestehe, während das in anderen Ländern das ganze Jahr über so sei.

Solare Kühlanlagen für Einfamilienhäuser hat die Firma Solution auf den Markt gebracht. Das im oberösterreichischen Sattledt ansässige Unternehmen ist „seit 2006 an dem Thema dran“, wie Marketingleiter Robert Sonnleitner sagt. „Eine solare Kühlanlage rechnet sich auch bei einem Einfamilienhaus, nur eben über einen relativ langen Zeitraum“, glaubt Sonnleitner. Ob und wann sich eine solche Anlage amortisiert, hänge von den Strompreisen ab, die jetzt in der Rezession gesunken sind. „Sobald die Energiepreise steigen, wird das Gebiet aber wieder interessanter.“

Bei Solution sind die solaren Kühlanlagen gerade in die „erste Marktphase“ gegangen. Sowohl im In- als auch im Ausland habe man bereits einige Stück abgesetzt. Die Kosten für eine Anlage liegen laut Sonnleitner bei etwa 34.000Euro. Dabei ginge es aber nicht nur um Wirtschaftlichkeitsaspekte. „Vor allem in südeuropäischen Ländern passiert es immer wieder, dass Stromnetze unter der Kühllast zusammenbrechen.“ In Österreich sei das im Moment nur bedingt ein Thema, da der Klimatisierungsgrad bei Einfamilienhäusern bei ein bis zwei Prozent liege. In 20Jahren wird dieser aber laut Sonnleitner auf 25 Prozent wachsen, das würde einer Verfünffachung des Strombedarfs entsprechen. Für die solare Kühlung hat die Firma Solution 2007 den „Energy Globe“ erhalten.

 

Rosenblüte auf Sonnenfang

Im Moment arbeitet das Unternehmen an einem neuen Solarkollektor. „Solrose“ ist in Form einer Rosenblüte gestaltet und soll so mehr Licht einfangen als herkömmliche Kollektoren. „Wir haben uns zur Entwicklung in der Natur umgesehen, um zu verstehen, wie dort die Sonnenenergie genutzt wird.“ Das Resultat ist „eine homogene glatte Oberfläche aus Glas in Form einer nach oben geschwungenen Blüte.“ Der Vorteil laut Sonnleitner: Es sei gelungen, den Preis relativ niedrig zu halten. „In Summe entsteht daraus ein 30Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis“, meint Sonnleitner. Der Kollektor wird voraussichtlich Anfang2010 auf den Markt kommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2009)

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