Laufende Nasen und riechende Füße

Sparen ist eine Lieblingsdisziplin der Österreicher.

Kasperl und Pezi
Kasperl und Pezi
(c) APA (MANFRED MUELLER)

Doch während der Euro brav aufs Sparbuch getragen wird, kommt niemand auf die Idee, sich dumme Fragen zu sparen. Nehmen wir den Klassiker, der bei frühmorgendlichen Anrufen zu hören ist: „Bist du schon wach?“ Ähnlich sinnvoll gefragt fühlt sich der Nieser mit tränenden Augen, der gerade ein Taschentuch zur schleimigen Kunstaktion gemacht hat – „Hast du einen Schnupfen?“ Das konkrete „Hast du deinen Reisepass (Schwimmreifen, Sonnenschirm, Pilotenschein etc.) eingesteckt?“ kurz vor der Abreise hätte grundsätzlich schon Sinn, doch allzu oft begegnen wir lediglich dem sinnlos-besorgten „Hast du eh nichts vergessen?“

Andere sinnlose Fragen haben zumindest auf der semantischen Ebene einen gewissen Unterhaltungswert. Etwa die Überlegung, ob man mit einem Navigationssystem auch zu sich selbst finden kann. Oder das Rätsel, warum Füße riechen, während Nasen laufen können. Gegenstand so mancher Diskussion ist auch, ob Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben dürfen.

Um Sinnloses von sich zu geben, ist allerdings nicht zwingend ein Fragezeichen vonnöten. Man denke nur an die Zeiten vor der Rufnummernerkennung am Telefon – wie oft stellte sich da der Anrufer mit den zwei bedeutungsschwangeren Worten „Ich bin's“ vor! Diese Miniphrase hat sich aber auch in Zeiten des Handys noch eine kleine Nische gefunden und verstört regelmäßig bei unangekündigten Besuchen an der Gegensprechanlage.

Und dann gibt es da noch die Frage, die Kinder im Kasperltheater zu begeisterten Jasagern macht – „Seid ihr alle da?“ Nur eine gerne verwendete Phrase ist noch nerviger – soll ich sie Ihnen sagen?


erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2009)

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