Da haben Sie mich jetzt auf dem kalten Fuß erwischt

Es ist nicht alles Holz, was glänzt, obwohl ich keine Mühlen scheute. Aber aller guten Dinge sind Brei.

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Wir haben ja alle ein schweres Brot zu tragen. Aber lassen wir fünf einmal ungerade sein, denn es heißt ja nicht umsonst: Reden und reden lassen. Also, diesmal habe ich wieder keine Mühlen gescheut und möchte etwas aufs Trapez bringen: Zu viele Köche vererben den Brei. Diese Erkenntnis hat bei mir dazu geführt, dass ich die ganze Nacht kein Auge zudrücken konnte. Immerhin wird an allen Ecken und Kanten gespart. Und klar, aller guten Dinge sind Brei. Aber das ist weder Blut noch Fleisch. Zugegeben, auch ein blindes Huhn findet mal seinen Deckel. Und über ungelegte Dinger soll man keine Eier legen. Aber so mühsam, wie sich das Eichhörnchen empört, habe ich das Gefühl, da will mich jemand über den Tisch hauen. Offenbar ist da jemand ein gewaltiges Schlitzauge und hat mich beinhart auf dem kalten Fuß erwischt. Aber gut, Hindernisse sind da, damit man sie überwältigt. Und immerhin bin ich ja ohnehin gerade am Zenit meines Horizonts.

Füttere nie die Hand, die dich beißt, heißt es bekanntlich. So wie auch, dass ein Hund den anderen wäscht. Aber seien wir uns ehrlich, es ist nicht alles Holz, was glänzt. Doch selbst, wenn es langwierig werden sollte: Steter Topfen höhlt den Stein. Und das ist immer noch besser, als mit Spatzen auf Kanonen zu schießen. Denn das könnte letztlich der Funke sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wirklich? Nun, da streiten sich die Geister. Das setzt dem Eisberg die Spitze auf, meinen die einen. Die anderen wiederum glauben, das sollte man nicht alles auf Messers Schneide legen. Ich persönlich tendiere ja zu Zweiterem – denn ich bin doch nicht selbstmüde! In diesem Fall gehe ich einfach mal an die frische Sonne und hoffe, dass irgendwann der Schwamm drüber gewachsen ist. Wie auch immer, die Zeit ruft! Aber darf ich Sie noch um etwas ersuchen? Machen Sie sich bitte nicht lächerlich über mich!

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2018)

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