Alle Jahre wieder

Wie ist Ihre Adventzeit bis jetzt so verlaufen? Bei mir, und das ist durchaus erstaunlich, bisher ganz ohne „Last Christmas“.

Eine stressfreie Adventzeit.
Eine stressfreie Adventzeit.
Eine stressfreie Adventzeit. – imago/Alexander Pohl

Sonst alles wie gehabt: Wie jedes Jahr habe ich den ersten Versuch gestartet, die Wohnung für Weihnachten sauber zu bekommen, danach Kekse gebacken und dabei wie jedes Jahr festgestellt, dass es umgekehrt (zuerst Küche verwüsten, dann putzen) unter Umständen klüger wäre. Alle Jahre wieder haben das Kind und ich nach dem ersten Blech die Lust am Backen verloren, da half auch die musikalische Untermalung nicht („In der Weihnachtsbäckerei“, das „Last Christmas“ aller Jungeltern). Sprich: Ein Teil der Kekse wurde sehr großzügig mit Glasur und allerlei Zuckerperlen beklebt, ein anderer Teil blieb aufgrund akuter Erschöpfung sehr nackt. Danach durfte ich, ebenfalls wie jedes Jahr, mit Kreuzweh und einer Ahnung, wieso Bäcker für kleine Weihnachtskeks-Mengen astronomische Summen verlangen können, die Küche säubern.

Auf der Geschenke-besorgen-Seite wiederum sieht es ganz gut aus. Kinder zu beschenken gehört ja zu den nettesten Dingen. Nicht nur, weil sie sich am meisten freuen, sondern auch, weil sie meist sehr konkrete Wünsche haben. Heuer befindet sich erfreulicherweise kein absurdes technisches Gerät wie die Barbie-Drohne (die vor zwei Jahren einige zerstörerische Runden in unserem Wohnzimmer geflogen ist) auf der Wunschliste. Unter den Erwachsenen wiederum gibt es geschenketechnisch zwei problematische Gruppen: Da wären die, mit denen man vereinbart, dass man „sich dieses Jahr wirklich nichts schenkt“ – worauf man sich natürlich in neun von zehn Fällen nicht verlassen kann. Sprich: Man benötigt ein paar Back-up-Geschenke, für den Fall, dass jemand die Keine-Geschenke-Vereinbarung unilateral aufkündigt. (Meist mit den Worten: „Das ist ja eh nichts, nur eine Kleinigkeit.“) Die andere problematische Gruppe sind Freunde, die auf die Frage, was sie sich wünschen, angeben, dass sie „nichts brauchen, weil sie schon alles haben“. Was natürlich stimmt, aber das Geschenkeproblem trotzdem nicht löst. Aber dazu nächste Woche mehr. Bis dahin: eine stressfreie Adventzeit.

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2018)

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