Versprochen ist versprochen, verschrieben ist verschrieben

Leistungswasser ist kein Synonym für einen Energy Drink – und Imbusschlüssel ist falsch.

Dieses Gefühl, wenn jemand den "Herrn der Ringe" als Triologie bezeichnet...
Dieses Gefühl, wenn jemand den "Herrn der Ringe" als Triologie bezeichnet...
Dieses Gefühl, wenn jemand den "Herrn der Ringe" als Triologie bezeichnet... – Warner

Ladys and Germany, vom Versprechen versprechen wir uns gelegentlich recht gute Unterhaltung. Und könnte man beim Arzt Versprechen verschrieben bekommen, bekämen Sie sofort ein Rezept dafür, versprochen! Gut, die Klassiker sind oft gar keine Versprecher, sondern Irrglaube. Wie oft hört man etwa, dass ein Ressigeur eine Triologie verfilmt hat. Dass in Gummibären Gelantine ist. Und dass man sich als Rechtshändler keine Paragrafen kaufen kann, ist auch nicht allen klar.

Wirklich lustig wird es, wenn der Versprecher – warum eigentlich nicht Versager? – im Eifer des Gefechts passiert. Wenn etwa die Kellnerin fragt, ob man den Apfelsaft mit Mineral aufgespritzt haben möchte – oder lieber mit Leistungswasser. (Und nein, das ist kein Synonym für einen Energy Drink!) Wenn ein Liegenschaftsverwalter als Felicity Manager bezeichnet wird. Oder man bei jemandem Torschusspanik diagnostiziert – was maximal bei Fußballern vorkommen kann. Dasselbe gilt auch für Verschreiber – jeder, der schon einmal Herpes, den Götterboten, zu Papier gebracht hat, kennt das. Bei manchen Begriffen verwendet man die falsche Schreibweise sogar mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit: Die Suppeneinlage wird zwar Fritatten ausgesprochen, geschrieben wird sie aber mit zwei t vorn. (Nicht Ttfritaten, Sie Scherzkeks . . . Frittaten!) Erwischt? Und jede Wette, Sie würden Imbusschlüssel schreiben, oder? Das Akronym des Werkzeugs „Innensechskantschraube Bauer und Schaurte“ ist aber Inbusschlüssel.

Und dann ist da die Kollegin, die in der WhatsApp-Gruppe zwar schnell, aber so fehlerhaft tippt, dass man hinter manchem Wort einen polnischen Vornamen vermutet. Wenn sie etwa erzählt, dass sie bei dieser Kälte nie ohne Jacek aus dem Haus geht. Aber wen sie wohl meinte, als sie zuletzt „sehr gern, Danek“ schrieb? Hoffentlich wird der Jacek da nicht eifersüchtig . . .

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.12.2018)

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