Das Geheimnis der Rose zu Unter-Sankt-Veit

Was blüht denn da in der Feldmühlgasse 11? Von der Rückkehr altrosiger Zeiten rund um die „Klimt-Villa“.

Duftendes Stück Kunstgeschichte: „Klimt-Rose“.
Duftendes Stück Kunstgeschichte: „Klimt-Rose“.
Duftendes Stück Kunstgeschichte: „Klimt-Rose“. – (c) Wolfgang Freitag

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Meinte einst Gertrude Stein. Diese eine Rose jedenfalls ist so Rose wie keine andere. Draußen in Unter-Sankt-Veit blüht sie wieder, die „Klimt-Rose“, und nicht nur sie, sondern auch der Garten rundum samt der sogenannten Klimt-Villa mittendrin sind einen Besuch wert – draußen im westlichen Wien.

Zugegeben: Was man heute an der Adresse Feldmühlgasse 11 an Baulichkeit vorfindet, hat mit dem, was sich zu Gustav Klimts Zeiten dort befand, dem Äußeren nach so gut wie nichts gemein: Erst in den 1920ern, nach Klimts Tod, wurde das schmucklose Landhaus, das Klimt in den letzten Lebensjahren als Refugium und Atelier diente, in einen neobarocken Prunkbau transformiert, der mit seiner aristokratischen Attitüde eine Zeit beschwor, die in jenen Tagen ein für alle Mal vergangen war.

Nach jahrzehntelangem Hin und Her zwischen Komplettabriss des in die Jahre gekommenen Gebäudes und Rückführung auf den – bescheidenen – Bestand zu Klimts Zeiten entschied man sich schließlich 2008, behutsam das Neobarock der Zwischenkriegszeit wiedererstehen zu lassen samt inneren Querverweisen auf den berühmtesten Nutzer der Liegenschaft.

Der Gebäudesanierung, 2012 abgeschlossen, folgte jüngst, zumindest in Teilbereichen, eine Rekonstruktion des Gartens samt Proben jener Blütenpracht, wie sie sich in Klimts Spätwerk dokumentiert findet. Immer wieder im Mittelpunkt: jene wohlig duftende Damaszener-Rose, die heute als „Klimt-Rose“ gilt. Zwei Stöcke haben sich im Original erhalten, 22 weitere, vom Pflanzenexperten Herbert Eipeldauer nachgezüchtet, haben mittlerweile den Weg nach Unter-Sankt-Veit gefunden. Die Zeiten in der Feldmühlgasse 11: so altrosig wie schon lang nicht mehr.

E-Mails an: wolfgang.freitag@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2019)

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