E-Mountainbike-Genusstour mit abruptem Ende

Der Boom der E-Bikes hat einen Vor- und einen Nachteil: Die Fahrräder mit Motornachhilfe motivieren auch Menschen, die sonst nie auf diese Idee gekommen wären, aufs Rad zu steigen.

Auf der Straße übernimmt Guide Sebastian das kaputte Rad.
Auf der Straße übernimmt Guide Sebastian das kaputte Rad.
Auf der Straße übernimmt Guide Sebastian das kaputte Rad. – (c) Benedikt Kommenda

Das Gute daran ist, dass Radfahren eine effektive und schonende Form des Trainings darstellt, das Schlechte, dass überdurchschnittliche Kraft gepaart mit unterdurchschnittlicher Übung eine gefährliche Kombination ist.

Deshalb ist es keine dumme Idee, sich für eine Ausfahrt in freier Wildbahn einem Guide anzuvertrauen. Dazu bieten das Trailcenter Hohe Wand Wiese in Zusammenarbeit mit dem Wienerwald Tourismus bis Ende September jeden Samstag ab 9.30 Uhr die geführte „E-Mountainbike-Genusstour“ durch den nördlichen Wienerwald an (Onlinebuchung für 78 Euro über www.hohewandwiese.com). Die Strecken sind so ausgewählt, dass die Teilnehmer schwierigere Passagen auf Wunsch einfach umfahren können. Dazu weisen die Guides ihre Schützlinge auf die landschaftlichen (und kulinarischen) Reize des Biosphärenparks hin.

Ich darf in einer kleinen Gruppe mitfahren, in der es keinem an Übung fehlt. Unser Führer Sebastian hat uns das Programm für die nächsten Stunden vorgestellt; nach dem – Stromhilfe hin oder her – gar nicht so einfachen Uphill-Trail geht es flowig flach vom Exelberg in Richtung Hameau. Bis es nach nur einer Stunde Fahrt nah hinter mir kracht. Sehr nah sogar, nämlich an meinem Hinterrad: Ein aufgewirbelter Ast hat sich in den Speichen verhakt und das Schaltwerk abgerissen, das samt Kette zwischen Reifen und Rahmen stecken bleibt.

Sebastian reagiert professionell, packt sein Werkzeug aus und versucht zu retten, was zu retten ist. Die Kette kürzen und die Schaltung auf Singlespeed umstellen, das funktioniert nicht. Bleibt nichts anderes übrig, als „chainless“ auf dem kürzestmöglichen Rückweg zu rollen oder zu schieben. Am Ende übernimmt Sebastian das kaputte Rad. „Auch das ist Mountainbiken“, sagt er. Die Genusstour wird ein andermal nachgeholt.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com

[PNDFX]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2019)

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