Österreich verbrennt Müll aus Italien

103 Züge sollen in den nächsten Wochen Abfall aus der süditalienischen Stadt Neapel nach Niederösterreich führen.

Österreich verbrennt Müll aus Italien
Österreich verbrennt Müll aus Italien
Archivbild aus dem Jahr 2008, als sich dei Müll-Krise in Neapel zuspitzte – EPA

Die Stadt Neapel, seit Jahren mit Problemen bei der Müllentsorgung konfrontiert, bekommt Hilfe aus Niederösterreich. 90.000 Tonnen Müll aus der Vesuvstadt sollen in der Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf und Dürnrohr entsorgt werden. Ein erster Zug aus Neapel mit 800 Tonnen Unrat reiste über den Brenner und erreichte Zwentendorf am Donnerstag, berichtete die neapolitanische Tageszeitung „Il Mattino“.

Insgesamt 103 Züge sollen in den nächsten Wochen den Unrat aus der süditalienischen Metropole nach Niederösterreich führen. Für den Transport des Mülls ist die italienische Bahngesellschaft Trenitalia, für die Entsorgung die Gesellschaft Nestambiente aus Padua zuständig.

Nach wie vor Probleme mit Recycling

Österreich ist das Land, in dem der größte Anteil des von Italien exportierten Mülls landet. 71.000 Tonnen Müll pro Jahr werden durchschnittlich nach Österreich gebracht. Das sind 23 Prozent der gesamten 311.000 Tonnen Unrat, die Italien im Ausland jährlich entsorgt, geht aus einem kürzlich vorgestellten Bericht des italienischen Forschungszentrums Ispra hervor.

Italien hat nach wie vor Probleme mit Müllrecycling. 40 Prozent des von den Haushalten produzierten Mülls landen in Deponien, was eine Menge von zwölf Millionen Tonnen entspricht. In Italien gibt es insgesamt 186 Mülldeponien für nicht gefährlichen Abfall. Seit 2003 wurden 288 Halden geschlossen, 80 Prozent davon befanden sich in Süditalien.

(APA)

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