Stöger kämpft für generelles Rauchverbot in Lokalen

Der Gesundheitsminister sieht die neue Gesetzesinitiative der Regierungsparteien skeptisch. Er wünscht sich "mutige Menschen in der Gastronomie", die rauchfreie Lokale schaffen. Auch eine neue Umfrage gibt ihm Recht.

Österreicher müssen auf die Zigarette in Kaffeehäusern vorerst nicht verzichten.
Österreicher müssen auf die Zigarette in Kaffeehäusern vorerst nicht verzichten.
Österreicher müssen auf die Zigarette in Kaffeehäusern vorerst nicht verzichten. – (c) Fabry

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) tritt für ein generelles Rauchverbot in Lokalen ein. Vor Journalisten verwies Stöger am Donnerstag darauf, dass eine parlamentarische Mehrheit dafür zwar derzeit wohl nicht vorhanden sei. Er werde aber dafür kämpfen. Aus seiner Sicht sei es notwendig, das Rauchen weiter einzuschränken.

Zur Gesetzesinitiative der beiden Parlamentsfraktionen von SPÖ und ÖVP, die "ausdrücklich klarstellen" wollen, dass Gästen ein kurzes Durchqueren des Raucherraums "sehr wohl zumutbar ist", äußerte sich der Minister zurückhaltend. Das sei Sache des Nationalrates, meinte Stöger. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass er den Parlamentariern aller Fraktionen empfehlen würde, für ein generelles Rauchverbot einzutreten.

Wünschen würde sich Stöger auch einige "mutige Menschen in der Gastronomie", die rauchfreie Lokale schaffen. Seiner Meinung nach, wären auch die Wirte gut beraten, Taten zu setzen.

Umfrage: 67 Prozent für rauchfreie Lokale

Während die Regierung also weiterhin an der umstrittenen Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereich in der Gastronomie festhalten will, hat sich in einer Umfrage des Instituts Oekonsult die Mehrheit der Befragten für vollkommen qualmfreie Lokale ausgesprochen. 67,4 Prozent waren dabei für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, 20,4 Prozent würden dies sogar "vehement" begrüßen.

Bei der Umfrage wurde die Meinung von über 1000 Personen im Alter von 15 bis 81 Jahren eingeholt. Die derzeitige Lösung, die von Lokalbetreibern hohe Investitionen bei unsicherer Rechtslage verlangt, fanden eindeutige 90,1 bedenklich. Allerdings glaubten auch 85,9 Prozent nicht daran, dass es tatsächlich zu einem eindeutigen Verbot kommen wird, da der Staat wohl nicht auf die Steuereinnahmen verzichten wird.

Die Rauch-Befürworter waren bei der Umfrage deutlich in der Minderheit. Gleich 76,1 Prozent sprachen sich dagegen aus, dass Raucher überall ihrem Laster frönen können sollen. 60,7 waren mehr oder weniger deutlich für ein generelles Qualmverbot an öffentlichen Orten.

(APA/Red.)

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