"Extrem rückschrittlich": Weiter Aufregung um Binnen-I

Die Arbeiterkammer lehnt den Norm-Entwurf zu geschlechtergerechter Sprache ab, die SPÖ ortet eine Kompetenzüberschreitung des Instituts.

Archivbild: Geschlechtergerechtes Straßenschild
Archivbild: Geschlechtergerechtes Straßenschild
Archivbild: Geschlechtergerechtes Straßenschild – (c) Clemens Fabry / Die Presse

Der Entwurf für eine Norm zu geschlechtergerechter Sprache, in dem etwa die Abschaffung des Binnen-I vorgeschlagen wird, hat am Mittwoch auch die Arbeiterkammer auf den Plan gerufen: Da der Entwurf "extrem rückschrittlich" sei, werde er von der AK abgelehnt, hieß es in einer Aussendung.

"Die politische Zielsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern im gesellschaftlichen und beruflichen Leben muss auch im Sprachgebrauch zum Ausdruck kommen", findet die AK. Es sei auch "unklar, warum sich das Österreichische Normungsinstitut überhaupt berufen sieht, Standards zu geschlechtergerechter Sprache herauszugeben". Das Normungsinstitut solle auf Richtlinien für dieses Thema verzichten und stattdessen auf die zahlreichen Publikationen und Leitfäden zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch - etwa vom Frauenministerium - verweisen.

SPÖ will "entgegen wirken"

Auch aus Sicht der SPÖ-Abgeordneten Ruth Becher und Hannes Jarolim überschreitet das Österreichische Normungsinstitut mit dem Vorschlag "eindeutig seine Kompetenzen". Das Normungsinstitut versuche gesetzgeberische Kompetenzen zu übernehmen und "missachtet jahrzehntelange gesellschaftspolitische Diskussionen", meinten sie in einer Aussendung.

"Dem werden wir mit gesetzgeberischen Mitteln entgegen wirken, sieht doch das Regierungsprogramm eine Novelle des Normengesetzes inklusive Änderung der Struktur und Finanzierung des Normungsinstituts und die Entwicklung einer Normenstrategie vor", kündigten die Mandatare an.

(APA)

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