Haie im Haus des Meeres an Stress gestorben

Der Stress war zu viel: Die sechs Haie, die im Wiener Haus des Meeres bei der Umsiedelung in ein größeres Aquarium zu Tode gekommen sind, wurden von der Aufregung dahingerafft. Dieses Ergebnis wurde am Freitag von den Verantwortlichen des Privatzoos bekannt gegeben.

"Die Fische sind innerlich verblutet", umschrieb Elisabeth Licek die genaue Todesursache. Sie hat an der Veterinärmedizinischen Universität die Sektion der Kadaver vorgenommen.

Das stressbedingte Dahinscheiden der Tiere sei nicht vorher zu sehen gewesen, betonte der Direktor des Haus des Meeres, Michael Mitic. Es habe sich aber in der Kommunikation mit anderen Zoos nun herauskristallisiert, dass Schwarzspitzenhaie sehr stressanfällig seien. Die für den Transport erfolgte CO2-Betäubung, aber auch eine Vergiftung könne man als Ursache ausschließen, so Tierarzt Gert Adlassnig.

Vor allem geschlechtsreife Tiere wie die betroffenen seien nicht sehr stressresistent, hieß es heute. "Je größer der Hai ist, desto problematischer wird es", bedauerte Mitic. Man werde sich in der Konsequenz nun um Jungtiere für das Becken bemühen.

Dennoch sei der Verlust der zehn Jahre alten Tiere ein herber Rückschlag. Als erste europäische Einrichtung habe man gehofft, Schwarzspitzenhaie in Gefangenschaft nachzüchten zu können, zumal die verstorbene Gruppe bereits Kopulationsversuche unternommen habe.

Bis ein 60 Zentimeter großer Hai die zur Geschlechtsreife notwendige Größe von über einem Meter erreiche, würden rund fünf Jahre vergehen. Der Transport der jungen Fische aus Zoos in Übersee stelle normalerweise kein Problem dar.

Zum großen Haisterben kam es, als am 7. Mai das mit 300.000 Litern größte Aquarium Österreichs eröffnet werden sollte. Das Bassin war als neue, großzügigere Heimat für die Haie, Barsche und die Meeresschildkröte "Puppi" gedacht.

(APA)

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