Stolpersteine in Salzburg & Wien

Pflastersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Salzburg/WIEN(c.l.) Einheimische und Touristen werden ab August Gelegenheit haben, über die dunklen Seiten der Salzburger Geschichte zu „stolpern“. Ein Personenkomitee unter der Leitung der Bürgerlisten-Gemeinderätin Ingeborg Haller hat ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Deming nach Salzburg geholt.

Zehn mal zehn Zentimeter große Pflastersteine mit den Namen und Kurzbiografien von Opfern des Nationalsozialismus sollen gegen das Vergessen ankämpfen. Deming hat seine „Stolpersteine“ seit 1996 in mittlerweile knapp 250 Städten in ganz Europa umgesetzt. In Salzburg haben sich Bürgerliste, SPÖ und ÖVP gemeinsam für das Projekt ausgesprochen. Die ersten Steine werden im August vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer in den Asphalt eingelassen. Im Bundesland Salzburg fielen rund 2.000 Menschen dem NS-Regime zum Opfer, rund 200 aus der Salzachstadt. Es waren Juden, Roma, Sinti oder Opfer der NS-Euthanasie.

In der Wiener Leopoldstadt hat der Verein „Steine der Erinnerung“ bereits im Jahr 2005 ein ähnliches Projekt gestartet: Ein „Weg der Erinnerung“ soll das Schicksal der NS-Opfer aus dem Bezirk vor Augen führen. Noch heuer werden auch im 9. Bezirk Gedenksteine in den Asphalt eingelassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2007)

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