Stadtschulrat: "Privatfehde" um Waffe an Wiener Schule

Eine "Privatfehde" zwischen Eltern vermutet der Stadtschulrat hinter einem Streit am Wiener Gymnasium Wasagasse. Ein Schüler hat gedroht, eine Schusswaffe in die Schule mitzunehmen.

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(c) EPA (Carl Walther Sportwaffen)

Im Stadtschulrat prüft man derzeit die Vorfälle am Gymnasium Wasagasse in Wien-Alsergrund. Ein 13-jähriger Schüler habe gedroht, Schusswaffe mit in die Schule zu bringen, und quäle seine Mitschüler, hieß es. Nicht unbekannt sind die Beteiligten: Die Mutter eines der bedrohten Kinder ist selbst Richterin. Auf der anderen Seite steht der Obmann einer Interessengemeinschaft, die sich für ein liberales Waffenrecht einsetzt.

Brandsteidl: "Klingt nach Privatfehde"

Da erst am Freitagnachmittag ein ganzer Stoß an Unterlagen dazu eingelangt sei, wolle man sich zunächst via Schulaufsicht ein Bild machen, so Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ). Man nehme die Angelegenheit durchaus ernst, obwohl "es ein bisschen nach Privatfehde klingt".

Offenbar schieße der Drittklassler auch privat mit dem Vater, meinte Brandsteidl: "Da muss man sich fragen, ob das ein normales Verhalten für einen Zwölfjährigen ist und eventuell auch die Jugendwohlfahrt einbeziehen." Bis morgen soll die Schulaufsicht die Prüfung der Vorfälle abgeschlossen haben.

Bub noch strafunmündig

Strafrechtlich wäre allenfalls der Vater zur Verantwortung zu ziehen. Sollte dieser seinem Sohn Zugang zu Schusswaffen ermöglicht haben bzw. ermöglichen, wäre dies allenfalls in Richtung eines möglichen Vergehens gegen das Waffengesetz zu überprüfen. Wie Gerhard Jarosch, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, erklärte, liegt gegen den Waffenlobbyisten aber derzeit keine Anzeige vor. Sein Sohn kann keinesfalls belangt werden, da dieser noch keine 14 und daher strafunmündig ist.

(APA/Red.)

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