Fotos von Luca: Anwalt erhebt schwere Vorwürfe

Der Anwalt des leiblichen Vaters kritisiert die Untätigkeit der Behörden. Gestern waren Fotos des misshandelten Kleinkinds Luca aufgetaucht, die ihn mit Blessuren am ganzen Körper zeigen.

Georg Zanger
Georg Zanger
AP (Ronald Zak)

Am Donnerstag erhielt der ORF per E-Mail von einem anonymen Absender Fotos, die das schwer misshandelte Kleinkind Luca im Krankenhaus Mödling zeigen. Auf den Bildern sind zum Teil massive Blutergüsse an Armen und Gesäß erkennbar. Dem ORF zufolge soll der leibliche Vater des Kindes bestätigt haben, dass die Fotos seinen Sohn zeigen.

Anwalt: Übergabe unverständlich

Georg Zanger, der Anwalt des Vaters kritisiert nun die Jugendwohlfahrt: Es sei unverständlich, "dass trotz der ausdrücklichen Forderung des Krankenhauses, den kleinen Buben der Kindesmutter nicht auszufolgen, Luca nach Überstellung an die Klinik in Innsbruck der Mutter übergeben wurde".

Noch dazu habe der Vater von Luca bei seinen Interventionen am Jugendamt in Innsbruck darauf hingewiesen, dass die Frau schon früher gegenüber seinen älteren Kindern tätlich geworden sei, wie Zanger schilderte. Diese seien nun im Hauptschulalter und entstammten einer anderen Beziehung.

Unwissenheit der Mutter "unvorstellbar"

Für den Anwalt ist es unverständlich, dass das zweite, ältere Kind der Frau nach den Vorfällen nun gemeinsam im Haushalt der Großmutter lebe. "Es ist unvorstellbar, dass die Kindesmutter von den zahlreichen Verletzungen keine Kenntnis hatte, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Mutter aktiv an den Misshandlungen beteiligt war", meint er.

Tod durch Hirnödem

Luca soll vom Lebensgefährten der Kindesmutter misshandelt worden sein. Der Vater des Kindes wirft den Jugendämtern von Schwaz (Tirol) und Mödling (Niederösterreich) vor, Hinweise auf Misshandlungen nicht ernst genommen zu haben. Luca starb am 3. November an einem Hirnödem.

(APA/Red.)