700.000 Menschen feiern am Silvesterpfad das EM-Jahr 2008

Russen, Musik und Fußballschweine in der City: Für die 700.000 erwarteten Gäste wurden 70 Gastronomie- und fünf Infostände aufgebaut. Die Hotels sind praktisch ausgebucht.

EPA (Helmut Fohringer)

WIEN. Es wird eng in der Innenstadt. Geschätzte 700.000 Menschen werden sich heuer durch den Wiener Silvesterpfad drängen; darunter 200.000 Touristen. Die Stadt ist praktisch ausgebucht; freie Betten gibt es nur noch vereinzelt. Einiges ist heuer anders. Die Stadt steht im Zeichen der Fußball-EM 2008, die im Juni über die Bühne geht. Und: Heuer gibt es Neuigkeiten am Silvesterpfad:


Tourismus. Der beste Tourismus-Dezember in der Geschichte der Stadt zeichnet sich ab. Bei Wien-Tourismus wird erwartet, die 816.000 Übernachtungen aus dem Vorjahres-Dezember zu überbieten und den fünften Jahres-Nächtigungsrekord in Folge aufstellen zu können. Besonders beliebt ist Silvester in Wien bei Italienern, Russen (siehe auch Seite 26), Griechen und Gästen aus den USA. Ein Großteil dieser Gäste-Gruppe kommt im Advent.

Aber: Die wichtigste Gäste für Wien im Dezember sind die Österreicher (163.000 Nächtigungen) vor den Deutschen (133.000 Nächtigungen) und den Italienern (89.000 Nächtigungen). Warum russische Gäste trotzdem wichtig sind? „Sie kommen vor Weihnachten und bleiben über Silvester, also länger als andere Gäste“, heißt es bei Wien Tourismus. Weihnachten werde in orthodoxen Ländern wie Russland und Griechenland erst am Tag der Heiligen drei Könige gefeiert: „Sie feiern Silvester und bleiben bis zu den orthodoxen Weihnachten in Wien.“


•Fußball in the city.
Die Euro 2008 wirft ihren Schatten voraus. Die Punsch-Häferl am Silvesterpfad sind mit einem Fußball im Schweine-Design bedruckt („Fußball-Schweinchen“). Jugendliche können sich am Rathausplatz bereits ab 14 Uhr auf die Euro mit Fußbällen einschießen. Auf elf Bühnen zählt ein Countdown die Sekunden bis zum Jahr der EM.

•Die Neuigkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Silvesterpfad weiter aufgerüstet. Die Zahl der Bands (Live-Musik) wurde von 25 auf 30 erhöht; am Lugeck wird die Bühne am 31. Dezember bereits ab 14 Uhr bespielt – mit Tanzkursen, Rock'n'Roll und Boogie. Zusätzlich verabschiedet sich die Bühne Am Hof nach Jahren von dem Motto „Reise in den Süden und widmet sich bodenständiger Musik.

Das Programm im Detail:
•Volksmusik & Schlager. Die Freunde der Blasmusik versammeln sich mit Schlager-Fans ab 14 Uhr Am Hof. Bis 2 Uhr früh gibt es auch Volksmusik aus anderen Ländern (z. B. Gypsie Band) – ebenso wie auf der Freyung (griechische und spanische Volksmusik).


•Rock'n Roll. Die Bühne am Lugeck bietet ab 14 Uhr außer Rock'n Roll auch Boogie-Klänge. Zusätzlich gibt es Tanzkurse.


•Pop. Songcontest-Teilnehmer Eric Papilaya tritt um 17.30 Uhr Am Hof auf.


•Ballsaal. Der Graben verwandelt sich ab 14 Uhr zum größten Ballsaal Wiens. Am Abend wechselt das Programm zu Märschen, Polkas, Operetten und Heurigenlieder. Ebenfalls klassisch geht es ab 14 Uhr am Rathausplatz zu; mit Walzer-Tanzkursen und dem Robert Stolz-Orchester.


•Für Kinder. Am Hohen Markt gibt es Spiele-Shows und Gesangs-Wettbewerbe.


•DJ Shows. In der Kärntner Straße von 14 bis 2 Uhr früh.

www.wien-event.at

IN ZAHLEN

700.000 Gäste werden erwartet. Für sie wurden70 Gastronomie- und fünf Infostände aufgebaut. 200 Arbeiter errichteten den Silvesterpfad mit seinen Bühnen (30 Live-Bands) aus Material, das von 40 Sattelschleppern angeliefert wurde. Und: 47 Millionen Euro soll das Silvester-Geschäft der Wiener Wirtschaft laut Schätzungen bringen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2007)

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