Tauern Spa World soll Tourismus im Pinzgau stärken

80.000 Übernachtungen pro Jahr sind das Ziel der Badewelt in Kaprun.

(c) Therme Tauern SPA World

SALZBURG. Während in der Steiermark Thermen wegen des großen Angebots bereits Besucher-Probleme haben wird im Bundesland Salzburg in den kommenden Jahren die Thermen- und Badelandschaft kräftig ausgebaut. Im Sommer ist der Spatenstich für die 83 Millionen Euro teure „Tauern Spa World“ in Kaprun geplant. In St.Martin bei Lofer wird zudem intensiv über die Betreiber eines Thermenprojektes verhandelt. Die Gemeinden Altenmarkt, Radstadt, Eben und Flachau arbeiten an Plänen für ein gemeinsames Solebad.

Und auch in der Stadt Salzburg ist es mittlerweile politischer Konsens, dass das seit Jahren diskutierte „Spaßbad“ im Stadtteil Liefering endlich Realität wird. Derzeit wird in der Stadt an einem Finanzierungskonzept gebastelt, das wegen der überregionalen Bedeutung des Bades die Umlandgemeinden und das Land Salzburg als Partner gewinnen soll. Das vor allem für seine Skipisten bekannte Kaprun sieht das neue Bad – die ursprünglichen Pläne einer Therme wurden mangels ausreichend warmen Wassers in die Errichtung einer Spa-World umgewandelt – als Möglichkeit, das touristische Angebot durch eine Ganzjahresattraktion zu stärken.


Touristische Neupositionierung

Die Pläne entstanden vor acht Jahren, als nach der Brandkatastrophe in der Bahn auf das Kitzsteinhorn nach Möglichkeiten zur touristischen Neupositionierung gesucht wurden. Die neue Wasserwelt ist ein Leitbetrieb im regionalen Gesundheitstourismus und soll neben dem Bad samt Sauna- und Wellnessbereich auch ein 160-Betten-Hotel der gehobenen Vier-Stern-Kategorie umfassen, erläuterte Winfried Hofer, Geschäftsführer der Arge-Thermalwasser Kaprun, im Gespräch mit der „Presse“.

Als Betreiber haben die Kapruner die Vamed-Gruppe gewonnen. Kürzlich wurde die Errichtungs- und Betriebsgesellschaft gegründet. Die 83-Millionen-Euro teure Investition soll pro Jahr 320.000 Tagesbesucher und 80.000 Übernachtungen für die Region bringen, hofft Hofer. Für ihn ist die „Tauern Spa World“ eine Ergänzung zu den in Salzburg existierenden Thermal- und Badeangebote. Mit einem Potenzial von 15 bis 16 Millionen Übernachtungen pro Jahr im Umkreis von einer halben Stunde Fahrzeit habe Kaprun genügend eigenes Gästepotenzial und werde die anderen Bäder nicht konkurrenzieren, ist Hofer überzeugt.


Pläne mit Rogner gescheitert

Das hat auch die Salzburger Thermenstudie ergeben. Geht alles nach Plan, dann wird die Wasserwelt in Kaprun 2010 eröffnet. Etwas länger wird es wohl noch mit der Realisierung der Therme in St.Martin bei Lofer dauern. Sieben Saalachtaler Gemeinden stehen hinter dem Projekt. Ursprünglich wollte man in St. Martin mit dem Kärntner Bauunternehmer Robert Rogner zusammenarbeiten. Doch diese Kooperation scheiterte, seither arbeiten die Salzburger an einem neuen Konzept. Er sei zuversichtlich, dass es heuer zu einem Abschluss mit einem Betreiber für die Therme kommen werde, sagte St. Martins Bürgermeister Josef Leitinger im Gespräch mit der „Presse“. Geplant ist eine „klassische Therme“ samt Hotel, in die rund 50 Millionen Euro investiert werden sollen.

AUF EINEN BLICK

Im Bundesland Salzburg steht bisher das Gasteinertal für Thermentourismus und die klassische Kur. In den kommenden Jahren sollen aber neue Bäder entstehen: Konkrete Projekte dafür gibt es derzeit in Kaprun, St. Martin bei Lofer, in Altenmarkt sowie auch in der Stadt Salzburg.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2008)

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