Heizkessel explodiert: Schuldspruch für tödlichen Pfusch

Drei Tote gab es 2007 bei der Explosion eines Heizkessels im obersteirischen Pruggern. Ein Hafner und der Mann der Hausbesitzerin wurden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt - noch nicht rechtskräftig.

(c) EPA (Markus Leodolter)

Mit Schuldsprüchen für beide Angeklagte endete ein Prozess am Landesgericht in Leoben: Bei der Explosion eines Heizkesseln in einem Ferienhaus im obersteirischen Pruggern im Sommer 2007 sind drei Menschen gestorben. Das Gericht hat die beiden Männer - einen 48-jähriger Hafner und den 60-jährigen Ehemann der Hausbesitzerin - für schuldig befunden un zu einer unbedingten Geldstrafe und einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Sie hatten eine Heizungsanlage unfachgemäß installiert, die letztlich explodierte und drei Studenten das Leben kostete. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Richterin Sabine Anzenberger erklärte, dass der Hafner, der sich in der Verhandlung gleich wie der Pensionist für nicht schuldig gekannt hatte, über bessere technische Kenntnisse verfügt habe als der 60-Jährige. Dieser hingegen habe einen Hafner mit der Installation einer Anlage beauftragt, welche dieser nicht errichten hätte dürfen. Zudem habe der Pensionist es unterlassen, den Einbau der Baubehörde zu melden, wodurch das Unglück vom 10. August 2007 ebenfalls noch verhindert hätte werden können.

Urteil nicht rechtskräftig

Beide Angeklagten wurden zu einer unbedingten Geldstrafe von 240 beziehungsweise 300 Tagessätzen sowie bedingten Freiheitsstrafen von jeweils vier Monaten verurteilt. Dabei wurde auch das dritte Todesopfer, das erst Anfang März nach monatelangem Koma verstorben war, beim Urteil berücksichtigt. Die Männer baten um Bedenkzeit - der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Tödlicher Wanderausflug

Zur Vorgeschichte: Eine achtköpfige Studenten-Gruppe aus Wien und Niederösterreich war im August vergangenen Jahres nach einer Wanderung in einem Ferienhaus in Pruggern (Bezirk Liezen) eingekehrt und wollte den Ofen darin anheizen. Einige Zeit danach explodierte der Kessel, das Haus brach ein. Zwei der jungen Männer starben sofort, ein dritter verlor nach einem Jahr im Wachkoma Anfang März sein Leben, wie erst am Freitag vor Gericht bekannt wurde.

(APA/Red.)

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