Masern: Zweite Welle könnte über Österreich rollen

Impf-Sonderschichten am Wochenende; Experten warnen vor neuer Welle.

SALZBURG (APA). Bis Sonntag wurden in Salzburg 178 Erkrankte registriert. „Die Masern-Epidemie ist noch nicht ausgestanden“, erklärte dazu der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung im Magistrat, Michael Haybäck. Die Erkrankten stammen aus der Stadt und dem Land Salzburg sowie aus dem benachbarten Bayern.

Gleichzeitig warnt Haybäck: Es könnte noch zu einer zweiten Ansteckungswelle kommen. „Die Erfahrung zeigt, dass es auch mehrere Ansteckungswellen geben kann.“ Man müsse nun den weiteren Verlauf der Epidemie in den nächsten Tagen abwarten.

Abwarten wollen immer weniger und lassen sich impfen: Der Andrang auf den Bereitschaftsdienst des Gesundheitsamtes in Salzburg war groß, wie Haybäck erzählt: 230 Kinder und Erwachsene ließen sich Samstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr gegen Masern impfen. Seit Ausbruch der hochansteckenden Krankheit haben allein die Ärzte des Salzburger Gesundheitsamtes etwa 500 Menschen geimpft. Bei Bedarf werden weitere Sonderschichten eingelegt.

 

Waldorfschule öffnet wieder

Eine Neuigkeit gibt es von der Waldorfschule, von der die Ansteckungswelle vor Ostern ausgegangen war. Sie wird am heutigen Montag wieder geöffnet. Es dürfen aber nur jene Kinder die Schule besuchen, die geimpft sind oder die Krankheit bereits durchgemacht haben.

Derzeit besteht der Verdacht, dass eine Schweizer Musikkapelle den Masern-Virus bei einem Auftritt in der Waldorfschule eingeschleppt hat, erklärte Salzburgs Landessanitätsdirektor Christoph König. Er geht auch dem Gerücht einer Masern-Party in der Salzburger Gemeinde Thalgau (Flachgau) nach.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2008)

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