Entwürfe: Spektakuläre Song-Contest-Locations

"Die Presse am Sonntag" hat drei Architekten- und Kreativbüros gefragt, wo sie den Songcontest abhalten würden – und spektakuläre Entwürfe erhalten.

Wassershows und Schiffe am Donaukanal
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Wassershows und Schiffe am Donaukanal
Wassershows und Schiffe am Donaukanal – (c) Sue Architekten

Wassershows und Schiffe am Donaukanal

von Sue Architekten

Die besten Feste in Wien finden immer draußen statt. Und wo kann man besser Wasserfontänenschießen als am Donaukanal?

Ein Spektakel in einer dunklen, riesigen Halle, die trotzdem zu klein sein wird für ausgewählte, zahlende Gäste, ist für uns eine sehr uninspirierte Vorstellung. Wien ist dann am spannendsten, wenn sich wider Erwarten etwas ordentlich im Freien abspielt. Das Donauinselfest, der Life Ball, die Ottakringer Straße zur Fußball-WM, der Yppenplatz am Wochenende, Filmprojektionen im alten AKH vor der Umnutzung zur Universität, der Silvesterpfad, die Regenbogenparade, das Lichtermeer.

Keine Kontrolle. Das sind alles Veranstaltungen, die nur im Freien denkbar sind und waren. Und alles Veranstaltungen, die ihre Lebendigkeit und Aura durch die freie Zugänglichkeit, die Unberechenbarkeit des Wetters und den Charme des nicht restlos Kontrollierbaren bekommen. Eine dichte Packung am Donaukanal, das ist unsere Vision. Laternen, mehrere Schiffe, Lichtshows und Wasserfontänen – und am Ufer sitzt das Publikum. Das wäre ein Songcontest: wild, spektakulär, offen und ungebändigt.

Der Dom für die Dänen

Der Dom für die Dänen
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Der Dom für die Dänen
Der Dom für die Dänen – (c) Kohlmayr, Lutter, Knapp

von Kohlmayr, Lutter, Knapp


Seit dem Silvesterpfad und der EM wissen wir: Die Wiener wechseln gern den Veranstaltungsort.

„Ha!“, dachten sich Kohlmayr, Lutter, Knapp und Fabienne Feltus vom Bureau F., als sie Wind davon bekamen, dass der Eurovision Song Contest im kommenden Jahr nach Wien zieht.Wenn unsere Stadt schon ein einziges Freilichtmuseum ist, dann kann Wien auch prima als Freilichtbühne herhalten. Und weil wir Wiener eh schon so gern den Silvesterpfad entlang marschieren oder uns auf diversen Stadtfesten in der Sonne feiern, warum nicht ganz Europa dazu einladen!

Das eigentliche Highlight neben den Show-Acts beim ESC sind sowieso die Liveschaltungen in die Länder. Ein kurzer Schweif durch ganz Europa im Zwölf-Sekunden-Takt. Herrlich! All die schönen, nächtlichen Stadtpanoramen und ihre reizenden Topmoderatoren. Das machen wir einen ganzen Abend lang! Die Conchita singt vorm Rathaus und es gibt eine Fanzone, als stünde Österreich im Finale der Fußball-EM. Leiwand! Die Franzosen dürften dann endlich Schönbrunn beziehen – zumindest für einen Abend – und die Dänen den Stephansdom. Weil ganz ehrlich, wer würde nicht gern mit einer Horde Spaniern die Nacht im Wuk durchfeiern? Wir schon!

Flanieren von Staat zu Staat. Also machen wir aus der ganzen Stadt eine riesengroße Songcontest-Arena, flanieren von Staat zu Staat und freuen uns, dem großen Europa einen Einblick in unser Wien zu bieten.

26 Wiener-Hotspots sind Bühne, Green Room oder Fanarea. Der ganze Kontinent ist live dabei: auf dem Heldenplatz, im Beisl oder daheim vor dem TV. So urban kann Entertainment sein. So europäisch kann Wien sein.

Auf den Spuren des Phönix: Ein Ufo, das in Wien landet

Ein Ufo, das in Wien landet
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Ein Ufo, das in Wien landet
Ein Ufo, das in Wien landet – (c) Sne Veselinovic

von Sne Veselinovic

Wien fehlt eine richtig große Veranstaltungshalle, die mit ihrer modernen Architektur das Stadtbild prägt. Warum also nicht gleich eine neue Halle bauen? Die Phönix-Halle hätte Platz für 20.000 Menschen und einen Standort auf der Donauinsel.

Die bekannten Veranstaltungsorte in Wien sind – wie man an der Songcontest-Planung sieht – schnell einmal nicht groß genug. Und auch architektonisch kann man über einige diskutieren. Warum also nicht gleich eine neue Halle bauen? Etwa so: Konzipiert als UFO-ähnliche Form kann die Arena mit der Leichtigkeit eines Phönix ortsungebunden an möglichen Spielstätten oder Schauplätzen wie der Donauinsel, der Seestadt Aspern oder dem Quartier Neu-Marx „landen“, also gebaut werden. Die Arena mit einer Kapazität für 20.000 Menschen eignet sich durch das zu öffnende Dach als ganzjährige multifunktionale Spielstätte. Als Metapher zum Phönix schimmert die Arena in irisierendem Gold und wird gemeinsam mit der solitären Architekturform zu einer weit sichtbaren Landmark.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2014)

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