Geschenk Adolf Hitlers: Stadt Linz entfernt Aphrodite-Statue

Ein anonymer Hinweis brachte die wahre Geschichte der Bronzefigur im Linzer Bauernbergpark ans Licht: Hitler hat die Aphrodite-Statue aus Bronze 1942 "formlos" an die Stadt übergeben.

Die Stadt Linz hat eine Aphrodite-Statue, die seit 1942 in einem Park aufgestellt war, entfernt. Sie hat sich nach einem anonymen Hinweis als Geschenk Adolf Hitlers entpuppt. Unbekannte hatten der Bronzefigur eine Holzkiste übergestülpt und in einem Schreiben auf ihre wahre Herkunft hingewiesen. Mittlerweile lagert das Relikt gut verpackt im Keller des Stadtmuseums Nordico.

Vor einigen Wochen wurde der APA ein Foto der Kiste mit einem Schreiben zugespielt, in dem die Statue als "Geschenk von Adolf Hitler" tituliert wurde, das dieser "formlos" der Stadt überreicht habe. Daraufhin begann das Archiv der Stadt Linz mit Recherchen. Es stellte sich heraus, dass die Behauptung wahr ist.

Es sei zwar bekannt gewesen, dass die Figur in der NS-Zeit aufgestellt worden war, aber nicht, woher sie genau stammte, erklärte Direktor Walter Schuster. Als man feststellte, dass es sich tatsächlich um ein Geschenk Hitlers handelt, sei die Aphrodite sofort abtransportiert worden.

Zweitguss als Geschenk

Die Bronzestatue ist ein Werk des mecklenburgischen Bildhauers und NSDAP-Mitgliedes Wilhelm Wandschneider. Das Original war in der Berliner Reichskanzlei aufgestellt, einen Zweitabguss schenkte Hitler der Stadt Linz. Die Figur hatte seither ihren Platz in einem runden Säulenpavillon im Bauernbergpark, der seither auch "Aphrodite-Tempel" genannt wurde.

Mit dem Abtransport der Statue setze man die konsequente Aufarbeitung der NS-Vergangenheit fort, so die Stadt Linz. Abgesehen von der zeitgeschichtlichen Dimension ist damit auch der Originalzustand des Pavillons wieder hergestellt. Der Bauernbergpark war 1910, der Pavillon 1913 vom Industriellen Ludwig Hatschek gestiftet worden.

(APA)

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