Mehrere Tote bei Unwettern über Mitteleuropa

In der Slowakei wurden eine Mutter und ihr Kind von einem Blitz erschlagen. Auch in Italien und Oberösterreich gab es Todesopfer. Blitze, Hagel und Sturm richteten schwere Schäden an.

(c) EPA (Alessandro Della Bella)

Am Wochenende gingen schwere Unwetter über Österreich nieder. Auch einige Nachbarländer waren betroffen. Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden, Flüsse traten über die Ufer. Sechs Menschen starben, nach zwei Leichen wird noch gesucht.

Oberösterreich

Im Bezirk Grieskirchen, Oberösterreich, wurde ein Mann am Samstagabend von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. In Oberösterreich wurden zahlreiche Keller überflutet, Straßen überschwemmt und Häuser abgedeckt. Insgesamt waren 1000 Feuerwehrmänner im Einsatz. Innerhalb von kurzer Zeit gingen im Landesfeuerwehrkommando 550 Notrufe ein. Auf den Seen im Salzkammergut waren einige Segler und Surfer unterwegs. Sie dürften absichtlich während des Gewitters auf die Seen gefahren sein. Die Wasserrettung musste die Wassersportler bergen.

Das Gewitter verursachte in Teilen Oberösterreichs schwere Hagelschäden. Mindestens 6000 Hektar landwirtschaftliches Gebiet ist beschädigt worden, die Schadenshöhe wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

Niederösterreich

Im niederösterreichischen Gmünd schlug am Samstagabend ein Kugelblitz in eine Garage ein. Das Mauerwerk wurde lose und beschädigte ein Fenster des angrenzenden Wohnhauses. Der Kugelblitz bewegte sich weiter und schlug in ein weiteres Garagentor ein. Verletzt wurde niemand.

Vorarlberg

In Vorarlberg dauerte der starke Regen am Montag immer noch an. Bisher wurden 40 Feuerwehreinsätze ausgelöst. Es müssen vor allem Keller ausgepumpt werden, auch kleine Bäche treten über die Ufer. Größere Schäden entstanden bisher noch nicht. Am Montagvormittag erreichte der Pegel des Rheins die Vorwarnstufe, für Dienstag wird trockenes Wetter prognostiziert.

Italien

In Norditalien führten schwere Unwetter mit Hagelschlag zu Überschwemmungen und Erdrutschen, dabei starben drei Menschen. Ein Vater und ein Sohn wurden von einem umstürzenden Baum getroffen und in die Fluten gerissen. Ein 65-jähriger Mann stürzte fünf Meter von dem Dach seines Hauses in die Tiefe. Er war emporgestiegen, um ein Gerüst zu stabilisieren. Bei Sondrio in der Lombardei mussten 300 Menschen vor Schlammmassen und Überschwemmungen in Sicherheit gebracht werden.

In der italienisch-slowenischen Grenzstadt Gorizia / Nova Gorica hagelte es Körnern in der Größe von Golfbällen. Am Montag wurden in einer Viertelstunde hunderte Autos demoliert.

Die schweren Unwetter richteten in Norditalien große Schäden in der Landwirtschaft an. Nach dem Hagel bangen die Bauern um die Weinernte und rechnen mit einem Produktionsrückgang von 20 Prozent.

Slowenien

In Slowenien gab es am Sonntag ebenfalls schwere Unwetter mit Sturmböen bis zu 120 km/h und Hagelschlag. Nahe der Hauptstadt Ljubljana wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Ein umstürzender Baum fiel auf ein Auto, alle vier Insassen wurden getroffen. Ein Feuerwehrmann wurde bei Rettungsarbeiten verletzt.

Slowakei

In der Slowakei wurden am Sonntagabend eine 30-jährige Frau und ihr zweijähriger Sohn vom Blitz getroffen. Sie starben sofort an Herzstillstand. Auch der 32-jährige Familienvater wurde verletzt, er schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr. Die Familie machte einen Ausflug, als sie vom Gewitter überrascht wurde. Nachdem seine Frau und sein Kind vom Blitz getroffen wurden, stand der Mann unter Schock und konnte nicht reagieren. Der fünf Jahre alte Sohn der Familie holte allein im nächstgelegenen Dorf Hilfe, er blieb unverletzt.

Schweiz

In Tessin in der Schweiz haben starke Regenfälle am Sonntag große Schäden angerichtet. Straßen wurden gesperrt, ein Campingplatz musste aus Vorsichtsmaßnahmen evakuiert werden. Innerhalb einer Stunde fielen in Teilen der Schweiz bis zu 130 Liter pro Quadratmeter. Es kamen keine Menschen zu Schaden.

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