Häupl will Schulpflicht ab fünf Jahren

Statt den Kindergarten gratis anzubieten, will Wiens Bürgermeister Häupl den Beginn der Schulpflicht vorverlegen. Die Opposition hielt ihre Kritik aufrecht.

(c) Bilderbox
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hat sich am Dienstag in der Kindergarten-Debatte zu Wort gemeldet. Er will den Beginn der Schulpflicht von sechs auf fünf Jahre im Rahmen einer verpflichtenden Vorschule vorverlegen. Im Gegenzug könne man das derzeitige neunte Schuljahr der 14- bis 15-jährigen einsparen.

Der Kindergarten beruhe auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, während es seit Kaiserin Maria Theresia eine Schulpflicht gebe. "Das ist meine Motivation, und ich sage, ich möchte, dass die Schulpflicht vorverlegt wird", so der Bürgermeister. Dies mache über die Beseitigung von Sprachdefiziten hinaus Sinn.

"Das ist nicht aus dem üblichen Schema zu betrachten, die Schule zahlt der Bund, den Kindergarten zahlt die Stadt", beteuerte der Bürgermeister: "Ich verspreche heute schon, wir setzen uns hin und verhandeln darüber, wie wir das zu einer entsprechenden finanziellen Lösung bringen."

Zum Thema Gratis-Kinderbetreuung zeigte er sich ablehnend. "Reden kann man über alles, Gratis-Straßenbahnfahren, Gratis-Kindergarten, Gratis-Schwimmbäder. Aber man muss wissen, dass man das auch zahlen muss", so Häupl. Wien biete ein hervorragendes Angebot, das andere Bundesländer erst erreichen müssten.

Kritik der Opposition


Die Wiener ÖVP sieht im Vorschlag Häupls ein "Ablenkungsmanöver" von der Kindergartenmisere in Wien. "Nur weil es die SP-Stadtregierung nicht schafft, die für die Sprach-Frühförderung benötigten Plätze im Kindergarten bereitzustellen, die Vorverlegung der Schulpflicht zu fordern, ist einfach lächerlich", so die Bildungssprecherin der ÖVP Wien Katharina Cortolezis-Schlager. Die Klubobfrau der Grünen, Maria Vassilakou, forderte die kostenlose Kinderbetreuung ab Jänner 2009. Das Geld dafür wäre aus Gebührenüberschüssen vorhanden, argumentierte sie.
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