Shopping: Finnisches Design im Kreativpark

Der Finnshop erweitert seine virtuelle Filiale im Internet um einen eigenen Shop im Rochuspark.

Finnshop
Finnshop
(c) Clemens Fabry

Wien. Man muss Finnland schon mögen, um sich intensiver mit dem Land zu beschäftigen. Neben dem viel gefälligeren Nachbarn Schweden, der sich mit kitschigem Pop und billigen Möbelhäusern geradezu aufdrängt, muss man bei finnischer Lebensart und Kunst schon ein wenig tiefer bohren. Dass es genügend Interesse an Produkten made in Finnland gibt, zeigt das Beispiel von Heidi Salama-Kollegger, die seit mittlerweile vier Jahren erfolgreich einen eigenen Webshop für finnisches Design, Speisen und Getränke führt.

Doch da das Internet beim Einkaufen seine Grenzen hat – gerade bei Kleidung oder Accessoires will man ja auch probieren –, hat die 44-Jährige nun den Schritt aus der virtuellen Welt in einen eigenen Shop gewagt. „Viele sind zum Anprobieren zu mir nach Hause gekommen“, erzählt die gebürtige Finnin, die seit zehn Jahren in Österreich lebt, „und das wollte ich nicht mehr.“

Im Rochuspark, einer Art Büro-WG in Wien-Landstraße hat sie sich nun seit kurzem eingemietet. Gemeinsam mit der Designerin Martina Virágh und ihrem Label Formsinn bietet sie in dem kleinen Hinterhofladen seit wenigen Tagen unter anderem Mode, Bettwäsche, Stoffe und Taschen des Labels Marimekko, Öllampen und Glasvögel von Ittala oder die berühmten Vasen von Alvar Aalto an. Auch handgefertigte Secto-Stehleuchten des Innenarchitekten Seppo Koho gibt es hier.

 

Aus Beruf wird Hobby

Lebensmittel wie den finnischen Likör Salmiakki – man liebt oder hasst ihn – oder Elch- oder Bärenfleisch in Dosen führt sie allerdings nicht. Dazu muss man weiterhin den Finnshop im Internet besuchen, in dem rund 2000 verschiedene Artikel angeboten werden. War der Shop früher neben ihrer Tätigkeit als Unternehmensberaterin nur ein aufwendiges Hobby, so ist er mittlerweile ihr Hauptberuf geworden.

„Finnisches Design“, erklärt Salama-Kollegger, „ist schlicht, funktional und zeitgemäß.“ Vielleicht ist das auch der Grund, warum der kleine Finnshop gerade im Hinterhof einer Kreativ-WG gut aufgehoben ist. Wer es schriller mag, kann ja zu Ikea gehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2008)

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