Herztod und brennende Patienten

Die lange Liste von Zwischenfällen im Wiener Otto-Wagner-Spital.

Wien (awe). Seit etwa einem Jahr werden Zwischenfälle aus dem Otto-Wagner-Spital bekannt. Ein chronologischer Überblick.
•15. 12. 2007: Eine anonyme Mitarbeiterin des OWS berichtet einer Zeitung von nicht kontrollierten Ruhigstellungen von Patienten in Netzbetten. Manche sollen dort stundenlang in ihren eigenen Ausscheidungen verharren müssen.
•18. 12. 2007: Mehrere Patienten bestätigen die Vorwürfe in unterschiedlichen Medien. Einige verlassen den Schutz der Anonymität.
•19. 12. 2007: Bis zu diesem Zeitpunkt wollte man im Rathaus nichts von den Missständen gewusst haben. „Die Presse“ veröffentlicht jedoch Dokumente, die belegen, dass Ex-Gesundheitsstadträtin Renate Brauner bereits am 16. 4. 2006 über „menschenverachtende Zustände“ im OWS informiert worden war.
•20. 12. 2007: KAV-Direktor Wilhelm Marhold gesteht „Probleme bei der Verfügbarkeit von Ärzten zur Stoßzeit“ ein, betont aber, dass es bei den veröffentlichten Fällen zu keinen erkennbaren Behandlungsfehlern gekommen sei.
•31. 1. 2008: Nachträglich wird ein Fall bekannt, in dem sich eine selbstmordgefährdete Frau im April 2006 in ihrem Netzbett unbeaufsichtigt selbst in Brand setzte.
•11. 2. 2008: Ein tobender Mann wird in ein Netzbett verbracht und mit Medikamenten ruhiggestellt. Der 61-Jährige stirbt. Die Ärzte sprechen von „Herz-Kreislauf-Versagen ohne Fremdverschulden“.
•29. 2. 2008: Angehörige von Patienten berichten davon, dass ruhiggestellte Patienten im Otto-Wagner-Spital nur unzureichend mit Nahrung versorgt werden. Das Spital dementiert: Viele Patienten würden die Nahrungsaufnahme verweigern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2009)

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