Lokale auf der Copa Cagrana abgerissen

Auf der freien Fläche könnte ein Sandstrand entstehen. Spätestens Anfang Juli soll es so weit sein.

Copa Cagrana
Copa Cagrana
Copa Cagrana – Stanislav Jenis

Wien. In einer Art Nacht-und-Nebel-Aktion hat die Stadt Wien am Mittwoch acht Lokale auf der Copa Cagrana abreißen lassen. Bereits gegen sechs Uhr früh fuhren die Bagger auf, um 21 Uhr waren die Arbeiten schließlich erledigt. Laut Martin Jank, Geschäftsführer des zuständigen Wiener Gewässermanagements, war dieses Vorgehen rechtens und durch einen Pachtvertrag möglich.

Denn: Generalpächter Norbert Weber habe die betroffene Fläche zuletzt weiterverpachtet. Die neuen Pächter hätten laut Vertrag das Recht, desolate bzw. abgebrannte Gebäude abreißen zu lassen. Jank: „Von diesem Recht haben sie Gebrauch gemacht. Sie sind von sich aus auf uns zugekommen.“

Laut Weber hingegen wurde der Abriss „ohne Rechtsgrundlage“ durchgeführt. „Ein solcher Unterpachtvertrag besteht nicht, und wir haben auch keine Genehmigung zum Abriss der Betriebe erteilt“, betont Weber im „Presse“-Gespräch. „Wir hätten einen Pächter niemals dazu berechtigt, die Betriebe abzureißen.“

„Prüfen rechtliche Schritte“

Weber prüfe derzeit rechtliche Schritte gegen die Stadt und werde bereits am Freitag einen Termin bei der Staatsanwaltschaft wahrnehmen. „Auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft werden wir einschalten“, betont er. „Dass so etwas in Österreich überhaupt möglich ist, macht mich sprachlos. Damit ruiniert man unsere Existenz.“

Unbeeindruckt von diesen Ankündigungen zeigt sich indes Martin Jank. „Wir haben den Pachtvertrag prüfen lassen und den Boden der Rechtsstaatlichkeit nie verlassen.“ Derzeit werde darüber nachgedacht, was auf der frei gewordenen Fläche entstehen soll. Möglich sei beispielsweise ein Sandstrand oder eine Liegewiese, wo die Bevölkerung „entspannen und sich ausruhen kann“. Spätestens Anfang Juli soll es so weit sein. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2015)

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