Aus für Heli-Stützpunkt: Land Tirol kauft eigenen Hubschrauber

Das Angebot des Verteidigungsministers, im Katastrophenfall Hubschrauber nach Tirol zu verlagern, war dem Land und dem Innenressort nicht genug. Nun sollen bis zu vier Millionen Euro investiert werden.

Archivbild: Ein Bundesheer-Hubschrauber im Februar 2014 im Schnee-Einsatz in Kärnten
Archivbild: Ein Bundesheer-Hubschrauber im Februar 2014 im Schnee-Einsatz in Kärnten
Archivbild: Ein Bundesheer-Hubschrauber im Februar 2014 im Schnee-Einsatz in Kärnten – APA/BUNDESHEER/KRONHOFER

Rund um das geplanten Aus für den Hubschrauberstützpunkt des Bundesheeres in der Kaserne in Vomp in Tirol hat das Land nun eine Lösung präsentiert. Tirol werde sich selbst einen Hubschrauber kaufen, teilte der Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck mit. Das neue Fluggerät soll zwischen 2,5 und vier Millionen Euro kosten.

"Wir haben lange mit Verteidigungsminister Klug (SPÖ) verhandelt, leider ergebnislos", sagte Platter. Der Verteidigungsminister blieb trotz zahlreicher Interventionen bei der Entscheidung, die Kaserne aufzulassen und den Hubschrauber abzuziehen. Der Landeshauptmann gab sich überzeugt von seinem Vorhaben: "Geld war selten so gut angelegt wie in diesem Fall", meinte er.

Innenministerium als Betreiber

Das Land Tirol werde den Hubschrauber zwar kaufen, betreiben soll ihn jedoch das Innenministerium. Gemeinsam mit den Blaulichtorganisationen soll nun ein Anforderungsprofil erstellt und die Ausschreibung gestartet werden. Das Fluggerät soll auf jeden Fall auch für Löscheinsätze geeignet sein und im hochalpinen Raum gut funktionieren, meinte der Landeshauptmann.

Die ebenfalls anwesende Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) begrüßte die Entscheidung des Landeshauptmanns und sprach von einer "Win-win-Situation". "Das Land Tirol hat damit die Garantie, im Katastrophenfall einen Hubschrauber zur Verfügung zu haben", sagte die Ministerin. Dies sei keine Entscheidung gegen das Bundesheer, sondern für die Bevölkerung, fügte sie hinzu.

Klug-Angebot "nicht ausreichend"

Der Kauf des Hubschrauber sei notwendig, da es eine staatliche Verpflichtung gebe, für den Katastrophenschutz zu sorgen, erklärte Platter. Das Angebot des Verteidigungsministers, im Katastrophenfall Hubschrauber nach Tirol zu verlagern, sei nicht ausreichend.

Der neue Hubschrauber soll den Schriftzug "Land Tirol" und das Tiroler Wappen tragen. Er soll in Innsbruck stationiert werden und in einem bis eineinhalb Jahren zur Verfügung stehen. In der Zeit zwischen dem Abzug des Bundesheerhubschraubers und des Kaufes des neuen Helikopters werde das Innenministerium "Maßnahmen treffen, um die Lücke zu schließen", hieß es.

(APA)

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