Linz: FPÖ-Stadtrat lässt Ampelpärchen abmontieren

"Ampeln sind ein Verkehrszeichen und dürfen nicht dazu missbraucht werden, Gesinnungsbotschaften zu übermitteln", sagt der neue Verkehrsstadtrat.

Ampelpärchen in Wien, in Linz nicht länger toleriert.
Ampelpärchen in Wien, in Linz nicht länger toleriert.
Ampelpärchen in Wien, in Linz nicht länger toleriert. – (c) Reuters (Heinz-Peter Bader)

Die gleich- und heterogeschlechtlichen Ampelpärchen in Linz sind abmoniert. Der neue Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ) hat die Ansteckscheiben verschwinden lassen, bestätigte dieser Medienberichte vom Montag. "Ampeln sind ein Verkehrszeichen und dürfen nicht dazu missbraucht werden, Gesinnungsbotschaften zu übermitteln", argumentiert der Stadtrat.

Im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, Verkehrsstadträtin Karin Hörzing (SPÖ), hatte Hein mit diesem "Zeichen für Offenheit und Toleranz" (Hörzing) keine Freude. Er wolle "ein einheitliches Erscheinungsbild im Stadtverkehr" mit den üblichen Einzelmännchen, die Ampelpärchen hält er für "völlig unnötig".

"Bringt genauso wenig wie das Binnen-I"

"Genauso wenig wie das Binnen-I den Frauen bei der Gleichstellung hilft, bringen die Ampelpärchen homosexuellen Paaren mehr Rechte", sagt Hein. Der FPÖ-Politiker ist der Ansicht, dass in Österreich die Rechtslage für gleichgeschlechtliche Paare fortschrittlich sei.
Nach Wien und Salzburg hatte im Juni auch Linz diese Ampelpärchen erhalten.

In der Innenstadt bei der Mozartkreuzung leuchteten seitdem an den vier Straßenübergängen die Wiener Symbole: ein schwules, ein lesbisches und ein Hetero-Paar. Die Installation gingt auf eine private Initiative zurück.

''Stoppi'', ''Galoppo'' & Co.: Die Welt der Ampelmännchen

"Das lassen wir uns nicht gefallen"

Die Demontage der Linzer Ampelpärchen haben die Grünen heftig kritisiert. Landtagsabgeordneter und Mit-Initiator der Installation, Severin Mayr, findet es "beschämend": "Während anderswo Zeichen gesetzt werden, um Weltoffenheit und friedliches Zusammenleben voranzutreiben", lege der FPÖ-Stadtrat den Rückwärtsgang ein. Anders als mit "Homophobie oder Ewiggestrigkeit" ließe sich das nicht erklären.

Auch die Sozialistische Jugend Linz hat die Demontage der Ampelpärchen auch als "homophob und ewig gestrig" kritisiert. SJ-Aktivisten klebten aus Protest Pärchen-Sticker auf die betroffenen Ampeln - allerdings auf die Stangen, nicht auf die Lichter. Dass die Motive ohne Vorwarnung entfernt worden seien, "lassen wir uns nicht gefallen", sagte Vorsitzender Philipp Stadler.

(APA)

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