Handy-Verbot am Steuer: Radarfoto soll als Beweis reichen

Radarfoto soll künftig als Beweis genügen. Bisher wurde nur bestraft wenn der Fahrer von der Polizei aufgehalten und kontrolliert wurde.

Symbolfoto: Handy am Steuern
Symbolfoto: Handy am Steuern
Symbolfoto: Handy am Steuern – (c) Stanislav Jenis

Wien. Zum ersten Mal seit 16 Jahren ist in Österreich 2015 wieder ein Anstieg bei den Verkehrstoten zu verzeichnen. Nach dem Tiefststand von 430 tödlich Verunglückten im Jahr 2014 stehen heuer bisher bereits 450 im Straßenverkehr getötete Menschen zu Buche. Zu den Hauptursachen zählt Ablenkung am Steuer. Daher sollen künftig Radarfotos als Beweis für verbotenes Telefonieren am Steuer ausreichen.

Bisher können Personen, die das Mobiltelefon während der Fahrt – ohne Freisprecheinrichtung – benutzen, nur bestraft werden, wenn die Polizei sie aufhält und kontrolliert. Die neue, schärfere „Foto-Regel“ solle durch eine Änderung des Kraftfahrzeuggesetzes herbeigeführt werden – dies wünscht sich Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ), wie er am Mittwoch vor Journalisten erläuterte.

 

Viele Lenker ohne Gurt

Außer Ablenkung stellt auch die mangelnde Verwendung des Sicherheitsgurts eine häufige Unfallursache dar. Laut Stöger waren 26 Prozent aller Verkehrsopfer auf der Autobahn nicht angeschnallt. Auf Freilandstraßen seien es gar 32 Prozent.

„Wäre die Gurtanlegequote bei 100 Prozent, hätten wir 60 Getötete pro Jahr weniger“, ergänzte Othmar Thann, Geschäftsführer des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Auch um das Nichtanlegen von Gurten zu ahnden, sollen künftig Radarfotos reichen. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2015)

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