Salzburg: Eldorado für Schatzsuche per Hightech

In der Stadt Salzburg suchen Geocacher am Wochenende über 250 versteckte Schatzdosen.

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(c) AP (David James)

SALBURG. Stefan Müller ist süchtig. Seit drei Jahren geht der Salzburger Personalberater beim Radfahren auf Schatzsuche per GPS. Geocaching heißt die Hightech-Version der klassischen Schnitzeljagd. Und weil immer mehr Menschen wie Stefan Müller diesem Hobby verfallen sind, hat der Salzburger gemeinsam mit seinem Freund Christian Feichtner eines der größten Geocaching-Events in Mitteleuropa organisiert. An diesem Wochenende treffen sich rund 1400 moderne Schatzsucher aus Europa, den USA und Australien in Salzburg zur „Geo Fortress“, um gut versteckte „Caches“ zu finden.

Ausgerüstet sind sie zumindest mit GPS. Ob sie auch andere Utensilien wie Klettergurt, Seil, Taucheranzug oder Taschenlampen benötigen, hängt vom Schwierigkeitsgrad des unter www.geocaching.com gewählten Ziels ab. Auf der Homepage erhält man die Koordinaten des Schatzes und schon kann man sich auf den Weg machen. „Das Terrain kann rollstuhlgerecht oder nur mit Spezialausrüstung erreichbar sein“, erläutert Müller im Gespräch mit der „Presse“. Er selbst probiert am liebsten die schwierigste Kategorie, weil sie für ihn die meisten Herausforderungen bietet. Zu finden gilt es immer eine kleine Dose, in der sich ein Logbuch befindet, in das sich der Schatzsucher einträgt.

Ist der Schatz erst einmal entdeckt, wird er danach wieder für die nächsten Geocacher versteckt. Je besser der Schatz versteckt ist, desto höher ist die beim Cache angegebene „Difficulty“. „In Amerika gibt es Geocacher, die haben schon 25.000 Funde“, weiß Müller.

 

Frauen sind ehrgeiziger

In Österreich gibt es 4000 bis 5000 besonders aktive Geocacher. Gesucht wird allein, mit Freunden oder mit der Familie. „Auch Erwachsene finden gern einen Schatz“, erklärt Müller den Grund, warum die Gemeinschaft der Geocacher rasant wächst. Frauen sind bei der Hightech-Schnitzeljagd erfahrungsgemäß ehrgeiziger als Männer, weiß der Geocacher. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind per GPS auf Schatzsuche unterwegs.

Bei der „Geo Fortress“ in Salzburg sind allein in der Stadt über 250 Schatzdosen versteckt. „Sie können auf belebten Plätzen mitten in der Altstadt sein und werden dennoch stundenlang nicht gefunden, weil sie so gut versteckt sind“, erzählt Müller über die Faszination seines Hobbys.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2009)

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