Vorarlberg: Haft für Jugendlichen, der Hitler glorifizierte

Ein 17-Jähriger wurde zu 24 Monaten teilbedingt verurteilt, weil er nationalsozialistische Schmierereien angebracht und im Internet Hitlers Taten glorifiziert hatte.

Ein 17-jähriger Vorarlberger ist am Montag am Landesgericht Feldkirch wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz sowie wegen versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung zu 24 Monaten Haft verurteilt worden. Acht Monate davon wurden unbedingt ausgesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Jugendliche war geständig, an diversen öffentlichen Gebäuden und Plätzen in Vorarlberg nationalsozialistische Schmierereien angebracht und im Internet Hitlers Taten glorifiziert zu haben. So postete er am Todestag Hitlers: "Alles Große ist ewig, Ruhe in Frieden mein Führer. Wir werden Dein Werk zu Ende bringen".

Vor Gericht sagte der junge Mann aus, dass er damals Nationalsozialismus gut gefunden habe, heute sei das anders. Was seine Umkehr bewogen habe, konnte er dem Gericht nicht erklären. Er habe während der sechs Monate Untersuchungshaft eben nachgedacht, meinte der Befragte. Beschmiert wurden von ihm im vergangenen Herbst unter anderem eine Asylunterkunft in Hohenems, die ehemalige Synagoge, der jüdische Friedhof, der islamische Friedhof oder auch ein Gebäude des Roten Kreuzes.

"Am Rande der Besessenheit"

Als die Polizei im Zuge der Ermittlungen eine Hausdurchsuchung bei dem Burschen machte, wurde er außerdem aggressiv. Er griff plötzlich nach einer Metallstange und holte in Richtung der Beamtinnen aus. Er war aufgebracht und wollte die Durchsuchung verhindern. Laut Gutachten war der Jugendliche bei seinen Taten zurechnungsfähig, in Sachen Nationalsozialismus habe er sich "am Rande der Besessenheit" befunden.

Von den acht Monaten unbedingter Haft hat der junge Mann bereits sechs Monate in Untersuchungshaft abgesessen. Somit konnte der bisher unbescholtene Jugendliche mit einem Strafrest von knapp zwei Monaten noch am Montag sofort bedingt entlassen werden. Ihm wurde zudem aufgetragen, künftig Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen, ein Antiaggressionstraining zu absolvieren, in einer sozialen Unterkunft einzuziehen und sich an einem Arbeitsprojekt zu beteiligen.

(APA)

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