Umstrittene "I will mohr"-Kampagne läuft aus

Die umstrittene Kampagne für die Eskimo-Eissorte "Mohr im Hemd" wird nicht verlängert. Grund: Die Diskussion um den rassistischen Gehalt des Slogans. Die Eissorte "Mohr im Hemd" bleibt aber.

Die umstrittene "I will mohr"-Kampagne für die Eskimo-Sorte "Mohr im Hemd" läuft mit 31. Juli aus. Das bestätigte die Sprecherin des Mutterkonzerns Unilever, Karin Höfferer, am Dienstag im Gespräch mit DiePresse.com. "Die Kampagne war immer nur bis Freitag gedacht", sagte Höfferer. Die Mediaagentur hätte zwar angeboten, die Kampagne kostenlos bis Mitte August zu verlängern. Doch aufgrund der Diskussion um den rassistischen Gehalt der Kampagne verzichte Unilever auf eine Verlängerung.

Kritiker hatten dem Unternehmen Rassismus vorgeworfen. "Mohr" sei für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen, kritisierte Simon Inou von M Media, dem Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit in Österreich, im Gespräch mit dem Radiosender FM4. "Das wiederholt Stereotype." Auch beim Werberat gingen in den vergangenen Tagen Beschwerden ein. "I will mohr" sei rassistisch und menschenverachtend, so der Tenor.

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Unilever hat die Sujets von seiner Homepage entfernt und nun Simon Inou gemeinsam mit anderen Beschwerdeführern für Anfang August zu einem "offenen Dialog" eingeladen. Die Beschwerden beim Werberat werden deshalb ohne Folgen bleiben.

"Mohr im Hemd"-Eis gibt es weiterhin

Das Produkt "Cremissimo à la Mohr im Hemd" wird es aber weiterhin geben, heißt es von Unilever. "Wir haben in den letzten Tagen viel recherchiert und sowohl im Sacher-Kochbuch, als auch im Plachutta-Kochbuch steht 'Mohr im Hemd'", erklärte Sprecherin Höfferer. Auch als Produktname und Sujet vor der Veröffentlichung getestet wurden, hätten 100 Prozent der Befragten sie mit der Nachspeise assoziiert. 

Für afrikanische Botschaften in Wien war die "Mohr"-Kampagne offenbar kein Thema. Auf Anfrage von DiePresse.com hieß es vonseiten der Botschaften von Nigeria, Simbabwe und Angola: "Wir haben davon nichts mitbekommen."

(beba)

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