Tödliche Entbindung in Gmunden: Zwei Ärzte angeklagt

Im vergangenen September starb eine 41-Jährige bei der Geburt ihres vierten Kindes. Wegen fahrlässiger Tötung und Urkundenfälschung wurde nun gegen zwei Ärzte ein Strafantrag gestellt.

Das Landeskrankenhaus Gmunden
Das Landeskrankenhaus Gmunden
(c) APA (Rubra)

Nach einer Entbindung im Landeskrankenhaus Gmunden in Oberösterreich, die vergangenen September für die Mutter tödlich geendet hatte, sind zwei Mediziner angeklagt. Das gab die Staatsanwaltschaft Wels am Freitag bekannt. Sie hat gegen den behandelnden Arzt wegen des Vergehens der fahrlässigen Tötung und der Urkundenfälschung sowie gegen einen weiteren Arzt wegen des Vergehens der Anstiftung zur Fälschung beim Bezirksgericht Gmunden Strafantrag gestellt.

Bei einer 41-jährigen Patientin war es im September 2008 während der Entbindung ihres vierten Kindes plötzlich zu gravierenden Problemen gekommen, sie starb trotz einer Notoperation. Die 41-Jährige dürfte nach einem Riss in der Gebärmutter verblutet sein. Rund zweieinhalb Wochen nach dem Tod der Frau überraschte die Gesundheits- und Spitals AG (gespag),  mit der Meldung, dass die Krankengeschichte offenbar manipuliert worden sei. Dies wurde von zwei der involvierten Ärzte bestätigt. Das Dienstverhältnis mit dem Primar wurde gelöst, der behandelnde Oberarzt suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Eine Expertise des gynäkologischen Gutachters Peter Husslein zu Beginn dieses Jahres ergab Behandlungsfehler. Der behandelnde Oberarzt hätte demnach unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren einkalkulieren müssen, dass die Gebärmutter reißen könnte. Seit Mai leitet Michael Sommergruber, der zuletzt als Oberarzt in der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik arbeitete, die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Gmunden. Sie wurde interimistisch von Vöcklabruck aus geführt.

(Ag.)

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