Tag sechs im Amokfahrer-Prozess: "Dabei hatte er immer eine Machete"

Nachlese Im Prozess um die Grazer Amokfahrt wurden am Dienstag weitere Opfer und die Ex-Frau des Amokfahrers Alen R. befragt. Am Nachmittag kamen Ärzte zu Wort, die R. im Gefängnis behandelt haben. Dann berichtete ein Bezirksinspektor über die ersten Einvernahmen.

Alen R. erschien auf heute wieder im weißen Anzug vor Gericht
Alen R. erschien auf heute wieder im weißen Anzug vor Gericht
Alen R. erschien auf heute wieder im weißen Anzug vor Gericht – APA/ERWIN SCHERIAU/APA-POOL

Seit vergangener Woche steht der 27-Jährige Alen R. in Graz vor Gericht. Weil gegen ihn keine Anklage, sondern aufgrund seiner Unzurechnungsfähigkeit nur ein Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingebracht worden ist, wird er als "Betroffener" und nicht als "Angeklagter" geführt. 130 Zeugen sind geladen, darunter auch drei psychiatrische Sachverständige und andere Gutachter. Der Prozess wurde für neun Tage (bis 30. September) anberaumt.

  • Am ersten Verhandlungstag gab sich R. höflich, bot aber immer wieder verschiedene Varianten des Geschehens an. Zu den Aussagen der Zeugen meinte er nur: "Ich bin selbst Opfer." Mehr ...
  • Am zweiten Verhandlungstag waren zunächst Gutachter aus dem Bereich Toxikologie, Verkehrstechnik und Gerichtsmedizin am Wort. Am Nachmittag waren Zeugen geladen, die ihre ganz persönlichen Wahrnehmungen der Amokfahrt schilderten. Mehr ...
  • Am dritten, und vierten Verhandlungstag schilderten weitere Zeugen - teils unter Tränen - die dramatischen Ereignisse vom 20. Juni 2015.

  • Am fünften Prozesstag (Montag) war der erste psychiatrische Gutachter am Wort. Der Sachverständige Peter Hofmann stufte den Verdächtigen als nicht zurechnungsfähig ein: "Eine schwere Gemütsstörung ist nicht spielbar", so der Mediziner. Mehr ...
  • Am heutigen sechsten Prozesstag waren zunächst weitere Opfer als Zeugen geladen, bevor auch die Ex-Frau des Amokfahrers zu Wort kam. Letztere schilderte, wie sie von R., aber auch von dessen Familie bedroht wurde. Außerdem gab sie zu Protokoll, dass R. vor der Amokfahrt mehrmals mit einer Machete im Gepäck in öffentlichen Verkehrsmitteln nach Graz gefahren war. Am Nachmittag wurden Ärzte befragt, die R. im Gefängnis behandelt haben. Außerdem berichtete ein Bezirksinspektor über die ersten Einvernahmen.

  • Die Amokfahrt: Der 27-jährige Alen R. raste am 20. Juni 2015 mit einem Geländewagen unter anderem durch die Fußgängerzone in der Herrengasse. Drei Menschen waren sofort tot, mehr als 100 Personen wurden teilweise beim Flüchten vor dem Fahrzeug verletzt.

    (c) APA

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(Red.)

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