NÖ: Patienten in Pflegeheim sollen gequält worden sein

In einem privaten Pflegeheim in Kirchstetten sollen Pfleger die Patienten grausam behandelt haben. Vier Mitarbeiter wurden fristlos entlassen.

Symbolbild: Pflege in Österreich.
Symbolbild: Pflege in Österreich.
Symbolbild: Pflege in Österreich. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

In einem privaten Pflegeheim in Niederösterreich sollen wehrlose Patienten gequält worden sein. Laut der "ZiB2" vom Dienstag wurden vier Pflegekräfte fristlos entlassen, die Polizei eingeschaltet sowie Pflegeaufsicht, Patientenanwaltschaft und auch Angehörige der Betreuten in Kenntnis gesetzt.

Dem ORF-Bericht zufolge war der Verdacht am vergangenen Freitag bekanntgeworden und habe sich am Montag erhärtet, worauf Anzeige erstattet wurde. Vier Beschäftigte der Einrichtung in Kirchstetten sollen demnach pflegebedürftige Menschen beschimpft und grausam behandelt haben.

Vorwurf: "Aromapflege" und Kot in den Mund

Unter anderem sei einer Frau mit den begleitenden Worten, dass sie stinke, Haarspray ins Gesicht gesprüht worden, auch Kot soll einem Patienten in den Mund gestopft worden sein. Bei der sogenannten "Aromapflege" wurde scharfer, ätherischer Alkohol in Augen un Genitalien von Patienten verrieben.

Der Geschäftsführer der Einrichtung zeigte sich in der "ZiB2" über die Vorfälle entsetzt. Er versicherte, dass alles aufgearbeitet werde. Auch Christian Zwittnig, der Sprecher des Pflegeheims, zeigte sich über den Vorfall "schockiert". Es gehe nun auch darum, das Vertrauen der Bewohner der Einrichtung und deren Angehörigen aufrecht zu erhalten. In dem Heim seien insgesamt 90 Personen in der Pflege tätig. Vier seien entlassen worden, bestätigte der Sprecher.

Zwittnig zufolge hatte eine Kollegin am vergangenen Freitagabend gegenüber einer Vorgesetzten Verdachtsmomente hinsichtlich Fehlverhaltens geäußert. Zwei Mitarbeiter seien daraufhin zunächst vom Dienst freigestellt worden. Weil sich der Verdacht am Wochenende "leider" erhärtet habe, seien am Montag vier Personen entlassen worden. Es gebe "triftige Gründe", betonte der Sprecher.

Ebenfalls noch am Montag sei Anzeige erstattet worden. Zudem seien Angehörige informiert worden, sagte Zwittnig zu dem Fall, mit dem man "transparent umgehen" wolle. In dem seit mehr als 100 Jahren bestehenden Heim gibt es dem Sprecher zufolge 114 Betten.

>>> Zum "ORF"-Bericht

(APA)

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