Vogelgrippe-Virus im Bodenseegebiet nachgewiesen

Fünf tote Tiere waren mit dem Subtyp H5N8 infiziert. Weitere Maßnahmen hängen von Analyse ab, um welchen Virustyp es sich handelt.

ARCHIVBILD: VOGELGRIPPE
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Vogelgrippe-Virus bei Wassergeflügel – APA/MARKUS LEODOLTER

In Vorarlberg sind laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei fünf toten Wildvögeln Erreger der Vogelgrippe des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Bei den verendeten Tieren handelt es sich um vier Reiherenten und eine Tafelente, hieß es am Dienstagabend. Die Analyse, ob es sich bei dem Virus um einen hoch- oder niedrigpathogenen Typ handelt, war noch im Laufen.

Erst wenn diese Ergebnisse im Zuge der Untersuchungen durch das Nationale Referenzlabor der AGES vorliegen, ließe sich sagen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dies wird aller Voraussicht nach morgen, Mittwoch, der Fall sein, schrieb das Gesundheitsministerium.

Vorarlbergs zuständiger Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) empfiehlt eine Stallhaltung für die von der Vogelgrippe betroffenen Gebiete am Vorarlberger Bodenseeufer. Eine Stallpflicht sei derzeit aber nicht angeordnet, erklärte Schwärzler am Dienstagabend auf APA-Anfrage. Nach Vorliegen weiterer Untersuchungsergebnisse am Mittwoch könnten möglicherweise Maßnahmen ergriffen werden.

Mehr als hundert tote Wasservögel

Seit dem Wochenende wurden rund um den Bodensee, auch in Deutschland und der Schweiz, mehr als 100 tote Wasservögel - vor allem Reiherenten - entdeckt. Auch aus Polen, Ungarn, Kroatien und Schleswig-Holstein wurden diese Woche Fälle der sogenannten Aviären Influenza des Subtyps H5N8 gemeldet. Unter anderem haben die ungarischen Behörden in einer Geflügelfarm im südostungarischen Ort Totkomlos 9.000 Truthähne getötet. Die Tiere seien ebenfalls am Virus vom Typ H5N8 erkrankt gewesen. Das aktuell gehäufte Auffinden dieser Erkrankung dürfte mit dem Zug von Wildvögeln Richtung Süden zu tun haben, schrieb die AGES.

Höchste Priorität sei es nun, ein Ausbreiten der Tierseuche auf den Hausgeflügelbestand zu verhindern. Experten des Gesundheitsministeriums, des Landes Vorarlberg und der AGES arbeiteten an den dafür notwendigen Maßnahmen. Dies könne von der Einrichtung einer "Schutzzone" rund um das Bodenseeufer bis hin zu verordneten Stallhaltung von Hausgeflügel reichen. Da auch Deutschland und die Schweiz betroffen sind, erfolgt dies in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in den beiden Nachbarländern.

Warnung an Geflügelhalter

Aufgrund der Häufung der Fälle auch außerhalb des derzeit betroffenen Gebietes um den Bodensee ist laut Gesundheitsministerium eine erhöhte Aufmerksamkeit angebracht: Geflügelhalter, insbesondere in der Nähe zu Freigewässern, werden auf die Gefahrenlage hingewiesen. Die Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen wird zudem dringend empfohlen.

Vogelgrippe

Die im Volksmund Vogelgrippe genannte Krankheit wird von Influenzaviren ausgelöst. Aggressive Varianten der Virustypen H5 und H7 führen zu schweren Seuchenausbrüchen. Am empfänglichsten für diese Erreger sind Hühner und Puten.

Infizierte Hühner und Puten verenden zum Großteil bereits 24 bis 48 Stunden nach Kontakt mit für sie pathogenen Viren - bevor Krankheitssymptome auftreten. Kranke Tiere erscheinen meist apathisch. Hühner legen keine oder stark verformte Eier.

(APA)

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