Republik zeigt Geste für Missbrauchsopfer

Am 17. November gibt es einen Staatsakt für die Opfer in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen. Nicht alle Betroffenen sind damit einverstanden.

Der Staatsakt soll im historischen Sitzungssaal stattfinden
Der Staatsakt soll im historischen Sitzungssaal stattfinden
Der Staatsakt soll im historischen Sitzungssaal stattfinden – APA

Eine "Geste der Verantwortung" soll er sein, jener Staatsakt für Missbrauchsopfer, den die Republik am Donnerstag, 17. November, im Parlament begehen will. Gerichtet ist sie an jene Menschen, die in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen schweres Unrecht erlitten haben. "Das offizielle Österreich und die Kirche wollen mit der Veranstaltung zum Ausdruck bringen, dass die Republik Lehren aus dem geschehenen Unrecht gezogen hat und das unfassbare Leid der Betroffenen mitsamt seiner lebenslangen Konsequenzen anerkennt", heißt es in der Einladung.

Die Einladung selbst geht von Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und Bundesratspräsident Mario Lindner (SPÖ) aus. Neben ihnen werden bei der Veranstaltung Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Kardinal Christoph Schönborn erwartet. Angesetzt ist der Staatsakt bewusst im Vorfeld des internationalen Tages der Kinderrechte am 20. November. Dabei trage Karl Markovics, Regina Fritsch, Wolfgang Böck, Florian Teichtmeister und Miriam Fussenegger die Geschichten einiger Opfer vor.

Kritik: "Heuchelei"

Doch bei einigen Missbrauchsopfern kommt Kritik an dem Staatsakt. So berichtet das Ö1-"Morgenjournal", dass insbesondere Mitglieder der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt von einer "Heuchelei" sprechen. So seien Entschädigungen oft nicht gezahlt worden, es sei überhaupt nicht abgeschlossen. Auch daran, dass Repräsentanten der Kirche an der Zeremonie teilnehmen, sorgte für Ärger. Und nicht zuletzt wurde auch Kritik laut, dass nicht die Opfer selbst zu Wort kommen, sondern ihre Geschichten von Schauspielern vorgetragen werden. Vertreter anderer Organisationen haben sich allerdings bereits positiv zu der Veranstaltung geäußert.

(APA)

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