Schlitten fahren: Von Stadtpark bis Schöckl

Manche sind nur ein paar Meter lang und flach, auf anderen braucht man bis zu 50 Minuten vom Berg bis ins Tal: In Österreich gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, Schlitten zu fahren.

Die Wiener rodelten schon immer gern: Historische Aufnahme aus 1900 vom Schafberg.
Die Wiener rodelten schon immer gern: Historische Aufnahme aus 1900 vom Schafberg.
Die Wiener rodelten schon immer gern: Historische Aufnahme aus 1900 vom Schafberg. – (c) Schinkele, Otto / ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.com

Es ist natürlich, wie so vieles, Ansichtssache. Darf man von Rodeln reden, wenn die Rodelstrecke nur einige wenige Meter lang und ziemlich flach ist? Geht es als Schlittenfahren durch, wenn man auf einer für den Verkehr gesperrten Straße mitten in Wien-Neubau mit dem Bob (oder auch nur einem Plastiksackerl) bergab rutscht?

Menschen, die auf dem Land leben und im Winter ordentlich steile Hügel oder gar Berge zum Rodeln zur Verfügung haben, würden vermutlich mit Nein antworten. Aus Wiener Sicht sind die Rodeloptionen mitten in der Großstadt durchaus passabel, denn: Rodeln auf einer kurzen, flachen Strecke ist immer noch besser als nicht zu rodeln.

Von diesen – vor allem und eigentlich fast ausschließlich für Kinder interessanten – Rodelstrecken hat Wien dafür gar nicht wenige. Abgesehen von den kleinen Hügeln, die sich die Kinder aus dem jeweiligen Grätzel mit ihren Bobs erobern, gibt es in Wien einige etwas anspruchsvollere Strecken. Auf der Jesuitenwiese im Prater etwa kann man je nach Schneelage immerhin bis zu 60 Meter lang bergab fahren, und das sogar abends bei Flutlicht.

Deutlich kürzer, aber vor allem für jüngere Kinder nett ist der kleine Rodelhügel im Stadtpark, auch im Schweizergarten geht ein Hügel als Rodelbahn durch, ebenso im Einsiedlerpark in Margareten oder im hübschen Alois-Drasche-Park auf der Wieden. Diese Parkanlagen (wie auch einige weitere) wurden übrigens vom TÜV auf ihre Sicherheit geprüft. Ob die Schneelage ausreichend ist (was gerade an diesem Wochenende mit seinen Plusgraden fraglich ist), erfährt man unter der Telefonnummer 01/4000-97200.

Etwas steilere Rodelstrecken findet man am Roten Berg in Hietzing oder am Schafberg, wo die Wiener schon seit vielen Generationen (siehe Foto) rodeln. Auch im Kurpark Oberlaa geht es vergleichsweise rasant bergab: Hier kann man etwa ab der Parkmitte hinunterrodeln. Währinger Kinder wiederum rutschen im Pötzleinsdorfer Schlosspark den Hügel hinunter. Die wohl großstädtischste aller Wiener Rodelstrecken ist die eingangs erwähnte Rodelstraße beim St. Ulrichsplatz im Siebenten, der Schnee dürfte aber derzeit nicht mehr ausreichen.

Richtige, professionell betriebene Rodelbahnen (die auch für Erwachsene akzeptabel sind) finden sich eher außerhalb Wiens: Am bekanntesten ist wohl jene auf dem Semmering, aber auch auf der Rax an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark gibt es mit der Raxpanorama-Rodelbahn eine recht lange Strecke, die allerdings derzeit mangels Schnees nicht befahrbar ist (Infos: www.reichenau.at).

In Oberösterreich bietet sich eine etwa 1,2 Kilometer lange Rodelbahn in der Nähe von Hinterstoder an, hier wird bei Flutlicht bis spät in den Abend (bis 23 Uhr!) hinein gerodelt (Infos: www.hinterstoder.at), Rodeln können vor Ort – etwa im Landhotel Gressenbauer – ausgeliehen werden.

Auch in der Steiermark gibt es in einigen größeren und kleineren Skigebieten attraktive Rodelmöglichkeiten (die Nachtrodelbahn auf der Tauplitz etwa oder jene in Hochwurzen/Schladming). Für die Grazer ist rodeln am Schöckl eine nahe Option. Sportliche ziehen den Schlitten bergauf und rodeln dann hinunter, es gibt aber auch die Seilbahn hinauf.

Für die längste beleuchtete Rodelbahn des Landes muss man nach Salzburg fahren. Im Skigebiet Wildkogel-Arena gibt es eine gleich vierzehn Kilometer lange Rodelstrecke, die auf 2100 Metern Höhe beginnt (hinauf geht es mit der Smaragdbahn Bramberg) und für die man je nach Mut und daraus resultierender Fahrgeschwindigkeit 30 bis 50 Minuten einplanen sollte. Dabei legt man 1300 Höhenmeter zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2017)

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