Salzburg: Autos verschwinden unter der Erde

In Zederhaus im Lungau wird am Montag der Tunnel auf der Tauernautobahn freigegeben. Damit soll das durch die Straße getrennte Tal zusammenwachsen.

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THEMENBILD: Tunnel – APA/BARBARA GINDL

Salzburg. Zederhaus kennen die meisten nur vom Durchfahren. Die Lungauer Gemeinde liegt an der Tauernautobahn, seit mehr als vier Jahrzehnten durchschneidet die Transitroute das Tal. Der Lärm ist kaum zu überhören. Noch. Am Montag geht die zweite Tunnelröhre einer 1,5 Kilometer langen Einhausung der Autobahn in Betrieb. In beiden Richtungen verschwinden die Autos unter der Erde.

Bis zum Sommer wird der Tunnel eingeschüttet und begrünt. Auf den neu gewonnenen Flächen sollen Kühe weiden und Spaziergänger unterwegs sein. Gekostet hat der Tunnel, an dem seit 2013 gebaut worden ist, rund 70 Millionen Euro. Der Lärmschutz ist Teil der Umweltmaßnahmen, die das Land 2004 mit der Straßengesellschaft Asfinag ausverhandelt hat. Damals knüpfte Salzburg die Zustimmung an den Bau der zweiten Tunnelröhre durch Tauern und Katschberg an Lärmschutzmaßnahmen für Gemeinden an der Strecke.

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Nach den einstigen Schätzungen kosteten die Lärmschutzwände und Einhausungen entlang der A10 gleich viel wie der 300 Millionen Euro teure Bau der neuen Tunnelröhren. Durch moderne Technik ist das Paket letztlich billiger geworden: 130 Millionen hat die Asfinag bisher in Lärmschutz entlang der A10 investiert, die Einhausung Zederhaus ist nur eine von vielen Maßnahmen. Zuvor waren etwa in Eben im Pongau Lärmschutzwände errichtet worden.

Noch ist das Investitionsprogramm nicht abgeschlossen. In Zederhaus werden weitere Lärmschutzwände dazukommen, auch in Flachau werden einige errichtet. Im Schnitt werden an der Zählstelle Zederhaus 20.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, um 3000 mehr als fünf Jahre zuvor. Die 1200 Anrainer werden von der Steigerung künftig aber nichts mehr merken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2017)

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