Orthodoxes Kloster in St. Andrä wird doch nicht gebaut

Die Diözese Eisenstadt gab bekannt, dass das Ansuchen auf Umwidmung des besagten Grundstückes zurückgezogen wurde. Grund sei das "bedauerliche Ausmaß an Feindseligkeiten" im Ort, wo Gegner vehement gegen das erste orthodoxe Kloster Österreichs gekämpft hatten.

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Eine Visualisierung des geplanten, ersten orthodoxen Klosters Österreichs. – Architekt Ioannou

Das erste griechisch-orthodoxe Kloster Österreichs wird doch nicht in St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) errichtet. Das hat die Diözese Eisenstadt am Donnerstag bekanntgegeben. Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria (so der Titel), Arsenios Kardamakis, habe die Entscheidung in einem persönlichen Gespräch und einem Brief an den Bürgermeister mitgeteilt.

Das Ansuchen auf Umwidmung des besagten Grundstückes werde zurückgezogen. Er sei "betrübt, aber überzeugt von der moralischen Richtigkeit dieser Entscheidung", so der Metropolit. Man werde sich der Standortfrage für das Kloster neu widmen, "ohne dass eine neue Standortentscheidung bereits vorläge."

"Bedaure dies sehr"

Grund für die Entscheidung sei das "bedauerliche Ausmaß der Feindseligkeiten, des Schürens von Falschmeldungen und Ängsten in der Gemeinde", wie es in einer Aussendung der Diözese Eisenstadt heißt. Der burgenländische Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics hat "mit tiefem Bedauern" auf die Entscheidung des griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, reagiert: "Ich bedaure dies sehr und schäme mich, dass im Burgenland so etwas möglich ist."

Die Entscheidung kommt nach jahrelanger und weit fortgeschrittener Planung zwar überraschend, erklärt sich aber durch den anhaltenden Widerstand von Teilen der Bewohner der 1400-Seele-Gemeinde St. Andrä: Obwohl bereits alle nötigen Widmungen und Behördenbescheide seitens des Landes Burgenland und der Gemeinde für die Errrichung des Klosters vorliegen, wurde  der geplante Klosterbau nach wie vor von einigen Bewohnern des Ortes vehement bekämpft.

Diese hatten im Jänner erfolgreich Unterschriften für eine Volksabstimmung eingebracht, um die bereits beschlossene Umwidmung des Grundstückes - das der Diözese Eisenstadt gehört und bisher als Ackerland gewidmet war - wieder rückgängig zu machen. Im Juni hätten die Bewohner darüber abstimmen sollen - dazu wird es nun aber nicht kommen.

Die Gemeinde war in der Frage gespalten

Von politischer Seite war der Klosterbau befürwortet worden: Vizebürgermeister Andreas Stattler (ÖVP) etwa hatte sich im Jänner 2017 im "Presse"-Gespräch für das Kloster ausgesprochen - auch, weil  man sich positive Effekte auf Wirtschaft und Tourismus des kleinen Ortes erwartet hätte. Die Bevölkerung im Seewinkel ist in der Frage gespalten, eine Bürgerbefragung im Vorjahr in St.Andrä ging sehr knapp für den Bau aus, nur 35 Stimmen trennten die Lager. Die Gegner gaben aber trotz des positiven Votums nicht auf und kämpften - letzlich erfolgreich - weiter gegen das Kloster - und das, wie der Sprecher der Diözese im Jänner betonte, mit bewussten Falschmeldungen. 


(APA/red)

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