Urban Explorer: Dokumente des Verfalls

Eine Kirche in Österreich

Der gebürtige Grazer Thomas Windisch ist einer der wenigen, die offen über ihre Streifzüge sprechen. Denn auch wenn es viele „Lost Places“-Fotos auf Pinterest und Instagram gibt, agiert die Szene doch im Verborgenen.

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(c) Thomas Windisch

Verlassenes Haus in Österreich

Auch in Wien ist Windisch immer wieder unterwegs. In der Stadt, sagt er, sei seine Arbeit aber grundsätzlich schwieriger. „Der Platz ist knapp und teuer. Das heißt, Häuser verschwinden gleich oder sie werden von verschiedenen Gruppen zerstört.“ Bei den Urban Explorer gibt es eine wichtige Regel. „Man macht nur ein Foto und hinterlässt nichts als Fußspuren.“

(c) Thomas Windisch

Ein Haus in Österreich

Im Schnitt ist Windisch pro Jahr sechs Monate unterwegs. Über 20 Länder hat er schon für seine Fotos bereist. Manche Häuser entdeckt er im Vorbeifahren, für manche recherchiert er akribisch im Internet. Trotzdem passiert immer wieder Unvorhergesehenes.

(c) Thomas Windisch

Einmal haben er und ein Freund eine Bikergang in Italien beim Drogendealen überrascht. Ein anderes Mal haben sie in einem alten Gefängnis im Ausland einen Ex-Häftling getroffen, der ihnen gezeigt hat, wo er früher eingesessen ist.

(c) Thomas Windisch

Votivkirche

Während Thomas Windisch nur bei Tageslicht unterwegs ist, durchstreift ein junger Mann mit dem Pseudonym „NightVi5ion“ Wien und Graz bei Nacht.

Night Vi5ion

Im Wiener Untergrund

Auch er ist auf der Jagd nach Fotos, weniger in alten Gebäuden als an Orten, wo sonst niemand hinkommt: auf Dächern, auf Kränen oder im Untergrund.

Night Vi5ion

Wiener Tunnel

"Es ist mit einem Einblick hinter die Kulissen einer Bühne zu vergleichen. Man sieht die Stadt mit anderen Augen“, erzählt der junge Mann.

Night Vi5ion

Wiener Tunnel

Auch bei ihm lautet die oberste Devise: Nie Schlösser knacken, nie einbrechen und alles so hinterlassen, wie man es vorgefunden hat.

Night Vi5ion

Wien von oben

Trotzdem will er anonym bleiben, weil Hausverwaltungen und Firmen „keine Freude haben“, wenn er auf ihre Dächer klettert.

Night Vi5ion

Eine Ausblick auf die Stadt

Die Ironie: Auch wenn viele seiner Fotos Wien in den schillerndsten Farben von oben zeigen, ist er nicht ganz schwindelfrei.

Night Vi5ion

Ein abgerissenes Kloster

 Der Wiener Fotograf Kurt Prinz hat wiederum ein Faible für Häuser, die gerade abgerissen werden. 

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Kurt Prinz

Ein Haus in der Cumberlandstraße

Vor einem Jahr erschien der Band „Sezierte Architektur“, wo er etwa den Abriss des Kühlhauses St. Marx und die Tabakgründe Favoriten porträtierte.

Kurt Prinz

Das alte Kindersspital

Derzeit arbeitet er an seinem zweiten Band, in dem sich auch der Abriss des alten Preyer'schen Kinderspitals finden wird – dort, wo heute nur mehr eine Baugrube ist.

Kurt Prinz

Noch einmal das Kloster

Auch er hat sich schon an den Lost-Places-Fotos probiert. „Aber von einem rein fotografischen Standpunkt aus haben die Bilder der Zerstörung des Hauses für mich einfach mehr Kraft und Komplexität“, sagt er.

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Kurt Prinz
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