Cannabis im Café: Graz bekommt einen Coffee-Shop

Vier Jungunternehmer eröffnen ein Lokal, in dem Cannabisblüten und Hasch geraucht werden dürfen - und das ganz legal.

Das Team der Graslerei in Graz.
Das Team der Graslerei in Graz.
Das Team der Graslerei in Graz. – Mathias Schalk

Nun bekommt Graz also einen Coffee-Shop. Ein Lokal, in dem Besucher Cannabis rauchen können, aber auch mit Cannabis versetzten Kuchen essen können. Und natürlich gibt es auch, so muss es für einen Coffee-Shop ja auch sein, Kaffee auf der Karte. "Ein Hauch von Amsterdam", wie es die Betreiber beschreiben, komme damit in die steirische Hauptstadt. Nun, das Kokettieren mit den niederländischen Lokalen, die als Vorbild dienen, ist naheliegend - schon allein aus Gründen des Marketings. Allein, das Lokal ist eine an österreichische Verhältnisse angepasste Version - und das Cannabis, das hier zum Verkauf kommt, ist legal, wie Mitgründer Bastian Knabl erklärt. "Der THC-Gehalt ist unter 0,2 Prozent, Hauptbestandteil bei uns ist CBD." Und dieser Wirkstoff ist nicht verboten. Probleme gibt es allerdings mit THC - Tetrahydrocannabinol, einer psychoaktiven Substanz, die in regulärem Haschisch und Gras zu großen Teilen enthalten ist.

CBD, die Abkürzung für Cannabidiol, ist ein Cannabinoid, das kaum psychoaktiv wirkt. In der Medizin wird es wegen seiner entkrampfenden, entzündungshemmenden und angstlösenden Wrkung eingesetzt - und auch gegen Übelkeit. "Es ist ein High, das nicht kopflastig ist", sagt Knabl, "sondern körperlastig". Zu kaufen gibt es den Wirkstoff in Form von reinen Hanfblüten und als Pollenhasch - die Pollen werden zu Talern gepresst.

Nikotinzigaretten und fremdes Cannabis verboten

Und was macht man dann damit? "Wir wollen niemandem raten, wie sie die Produkte zu sich nehmen wollen", sagt Knabl. Man könne sie etwa im Tee auflösen oder daran riechen. Und natürlich rauchen - "wir tolerieren das im Lokal." Raucht jemand allerdings Cannabis, das nicht aus dem Shop ist, werde man das nicht dulden. "Man riecht den Unterschied", sagt Knabl. "Man kann ihn auch erkennen. Und wir werden darauf achten, dass das nicht passiert." Auch darauf, dass keine Nikotinzigaretten geraucht werden - denn das ist laut Tabakschutzgesetz nicht erlaubt.

Insgesamt verstehen die Betreiber das Lokal als ein Kaffeehaus, in dem man aber auch einige Produkte kaufen kann, etwa Hanftee, Kuchen mit Hanf oder drei verschiedene Hanfbiere - Dinge, die in verschiedenen Cannabis-Shops auch jetzt schon legal erhältlich sind. Die vier kommen zum Teil aus der Sozialarbeiterszene - und sehen ihr Projekt auch als eine Idee gegen den illegalen Drogenhandel. "Wir waren auch schon bei Polizeiinspektionen und Suchteinrichtungen in der Umgebung und arbeiten mit der Exekutive zusammen." Und ja, es werde wohl öfter Kontrollen geben, aber man rechne nicht mit Problemen.

Studenten als Publikum

Vom Publikum her rechnet man vor allem - man ist ja im Univiertel angesiedelt - mit Studenten. Das Lokal in der Leonhardstraße feiert mit 1. Dezember sein Soft Opening, am 9. Dezember wird es eine offizielle Eröffnungsfeier geben.

>> Graslerei

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