Studie: Fast jeder zweite Flüchtling antisemitisch

In einer nicht repräsentativen Umfrage über die Einstellung von Flüchtlingen in Graz empfinden mehr als 44 Prozent der Befragten die jüdische Religion als „schädlich“.

Islamforscher Ednan Aslan hat im Auftrag der Stadt Graz eine Studie über die Auswirkungen der Flüchtlingsankünfte auf die Grazer islamische Gemeinde durchgeführt. Themen: Migrationsgründe, Lebenssituation im Heimatland, Wertorientierung, Geschlechterrollen und Bedeutung der Religion im Alltag.

Dabei gaben 43,3 Prozent an, dass ihrer Ansicht nach Juden an ihrer Verfolgung selbst schuld seien. 44,2 Prozent empfinden die jüdische Religion als „schädlich“ für die Welt. „Diese Menschen haben ein verzerrtes Bild von Juden und Christen.“ Das müsse man mit Maßnahmen gegen Antisemitismus korrigieren, so Aslan; was auch Integrationsstadtrat Kurt Hohensinner (VP) ankündigte.

Gleichzeitig gaben 47,2 Prozent bei den Ansichten über Juden und Christen an, dass diese ihrer Ansicht nach „vom richtigen Weg abgekommen“ seien. 55,2 Prozent der Flüchtlinge glauben an die „Höllenstrafe für Ungläubige“, 57,3 Prozent glauben aber auch nicht, dass der Islam in allen Glaubensfragen Recht hat. Und 47,8 Prozent sehen die Zukunft des Islam gefährdet, wenn dieser in einem aktuellen Kontext neu gedacht würde, so Aslan. Auch würde sich die Zusammensetzung der islamischen Gemeinde ändern, nachdem überwiegend Schiiten zugezogen sind.

Die nicht repräsentative Umfrage wurde per Fragebögen und mündlicher Befragung von September 2016 bis Ende Juni 2017 mit 288 Menschen aus elf Flüchtlingsunterkünften und einer Sprachschule für Flüchtlinge durchgeführt.

(APA/Red.)

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