Agrarsprecher fordern Jagd auf Wölfe

Während sich Landesräte dafür aussprechen, Jagd auf den Wolf zu machen, übt der WWF scharfe Kritik: Es fehle an einem länderübergreifenden Management.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) APA/dpa/Bernd Thissen (Bernd Thissen)

Klagenfurt. Für die Jagd auf Wölfe sprachen sich am Freitag in Kärnten die Agrarreferenten der Bundesländer aus. Sie nannten dies eine notwendige „Regulierung“. Diese Forderung sei ein „rechtswidriges Armutszeugnis“, konterte die Naturschutzorganisation WWF.

„Immer öfter werden Wölfe in der Nähe von Siedlungen gesichtet, und es gibt Risse auf Almen“, sagte laut einem Bericht von ORF.at der Kärntner Landesrat und Agrarreferent Christian Benger (ÖVP).

Der Wolfsbestand im niederösterreichischen Allentsteig sei gewachsen („Die Presse“ berichtete), „es wird jetzt schon mit drei Rudeln, also 20 Wölfen, gerechnet“, so Benger weiter. Auch in Kärnten seien wieder Spuren eines Wolfs bestätigt worden.

Die Kärntner Almbauern fordern laut dem Bericht seit Jahren eine stärkere Bejagung von Raubtieren wie Bär, Wolf und Luchs. Wildtierexperten sind naturgemäß dagegen.

Laut den Agrarlandesräten solle der von der EU festgeschriebene Schutzstatus des Wolfes gesenkt werden.

Kärntens Nationalparkreferent Gernot Darmann (FPÖ): „Wenn der Wolf in Kärnten heimisch wird und gleichzeitig unter strengem Schutz bleibt, ist die Almbewirtschaftung in der bisherigen Form bedroht.“ Das hätte negative Auswirkungen für den Nationalpark Hohe Tauern, wo man sich mit Förderprogrammen bemühe, die seit Jahrhunderten bestehende Schafbeweidung zu erhalten.“ Die Naturschutzorganisation WWF reagiert scharf auf die Forderung der Vertreter der Landesregierungen: „Anstatt ihre politische Verantwortung wahrzunehmen, wollen die Agrarlandesräte den Wolf in Österreich offenbar ein zweites Mal ausrotten. Das ist völlig inakzeptabel.“

 

„Abschüsse ausnahmsweise“

Und: „Tatsächlich ist der Wolf durch EU-Recht streng geschützt. Abschüsse sind nur in eng definierten Ausnahmefällen möglich“, so WWF-Wolfsexperte Christian Pichler. „Flinte und Panikmache sind der völlig falsche Weg. Vielmehr sind die Bundesländer gefordert, länderübergreifende Management- und Förderkonzepte mit Herdenschutzmaßnahmen und Entschädigungen zu etablieren.“ Wenn die Länder dies nicht schaffen sollten, müsse die Bundesregierung koordinierend eingreifen und ein rechtskonformes Vorgehen sicherstellen“, schloss Pichler. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2018)

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