Staatsverweigerin in Klagenfurt wegen Erpressung verurteilt

18 Monate teilbedingte Haft für eine 50-jährige Klagenfurterin, die mehrere Richter am Landesgericht mit Drohbriefen traktiert haben soll.

Eine 50 Jahre alte Klagenfurterin ist am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt wegen Erpressung und Nötigung zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden, vier davon unbedingt. Die Frau hatte mehrere Richter am Landesgericht mit Drohbriefen traktiert, Auslöser war offenbar ein Insolvenzverfahren. Sie erkennt das Gericht nicht an, Richter Matthias Polak verurteilte sie trotzdem.

Die Staatsverweigerin wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt, Staatsanwältin Bettina Dumpelnik führt noch ein zweites Strafverfahren, dessentwegen die 50-Jährige vergangene Woche verhaftet wurde. Sie versuchte, den Richter in eine Diskussion über dessen Legitimität zu verwickeln, machte einen Unterschied zwischen "Mensch" und "Person" und beharrte darauf, dass sie dem Richter weder vertraue noch glaube. Polak ließ sich auf derlei Debatten erst gar nicht ein, sondern hielt ihr ihre Drohbriefe vor, die nach dem bekannten Muster geschrieben waren. Der Adressat müsse Verfahren gegen die Verfasserin einstellen, sonst werde sie ihre Ansprüche in einem Schuldenregister eintragen lassen.

Auf die Vorwürfe ging die Frau nicht wirklich ein, den Schuldspruch will sie nicht anerkennen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, in U-Haft bleibt sie trotzdem.

Auch am Zivilgericht ist die Klagenfurterin bereits bekannt. Vergangenen Sommer musste sie vor Gericht erscheinen, weil eine Bank sie auf Rückzahlung von 150.000 Euro Kredit geklagt hatte. Sie habe die Angelegenheit bereits dem "interalliierten Kontrollratsgericht" unterbreitet, die Richterin erhalte nach der dortigen Verhandlung dann ein Protokoll, fabulierte die Beklagte. Die Richterin sei Angestellte des Staates und damit nicht unabhängig, daher erkenne sie die Richterin auch nicht an. Die Forderung der Bank erkannte sie selbstredend ebenfalls nicht an, das Verfahren ist laut Auskunft von Gerichtssprecherin Eva Jost-Draxl noch nicht abgeschlossen.

(APA)

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